Fundgrube 30.09.2015

Dürfen wir euch vorstellen? The Polish Music Scene. 4 von 10.

In "Dürfen wir euch vorstellen? The Polish Music Scene." präsentiert Nillson einmal pro Woche und insgesamt zehn Mal an der Zahl einen musikalischen Act aus Polen. Dabei geht es weder um Aktualität noch um die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Genre; einzig die popkulturelle Relevanz für die polnische und internationale Musikszene ist entscheidend. Polens Musikszene ist vielseitig und hat mittlerweile eine ähnliche Dichte an herausragenden Bands wie Skandinavien. Diese Reihe soll wunderbaren Projekten eine kleine Plattform geben.

Diesmal geht es knapp 180 Kilometer nördlich über die Landesstraße 5 von Wroclaw nach Poznan. Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt in die Stadt, die etwa in gleicher Distanz östlich von Frankfurt (Oder) liegt. Zugegeben: Die Künstlerin, die wir euch heute präsentieren, wurde zwar in Poznan geboren, aufgewachsen ist sie jedoch in Warschau. Durch ihren Vater Wieslaw, einem berühmten polnischen Schauspieler und Theaterregisseur, war künstlerisches Talent Mary Komasa schon in die Wiege gelegt. Eigentlich habe sie bereits angefangen zu singen, bevor sie überhaupt sprechen konnte, sagt sie über sich selbst. Als Jugendliche entschied sie sich, nach Paris zu ziehen und dort kurzzeitig als Model zu arbeiten.

Derzeit lebt und arbeitet Mary Komasa in Berlin. In der deutschen Hauptstadt wurde auch ihr im Mai erschienenes Debütalbum produziert. Der Track "City Of My Dreams" und das dazugehörige Video vereinen alle künstlerischen Ausdrucksformen, die die polnische Sängerin in ihrer Karriere bereits erprobt hat. "City Of My Dreams" ist ästhetisch besonders wertvoll und spielt gekonnt mit Geschlechterrollen. Dream Pop von einer begnadeten Künstlerin:


Poznan, knapp 545.000 Einwohner große Partnerstadt von Hannover, hat eine wechselvolle Geschichte. Es ist eine der Städte, die von den drei Teilungen Polens und den unterschiedlichen Besatzungen am meisten geprägt wurde. Die "Route der Könige und Kaiser" zeugt von den städtebaulichen Hinterlassenschaften der Herrschenden und präsentiert das kulturelle Erbe der Stadt. Heute ist Poznan ein wichtiger Messe- und Wirtschaftsstandort und beheimatet mit KKS Lech einen der erfolgreichsten Fußballvereine des Landes.


Text und Titelbild: Daniel Deppe