Rezensionen 14.01.2012

Me & Cassity - Appearances [Tapete / Indigo]

Einer von Tapetes Besten und Dienstältesten meldet sich wieder einmal eindrucksvoll zu Wort. Zurück kann man nicht sagen, wenn man bedenkt, dass "Appearances" von Me & Cassity das zehnte Album mit Dirk-Darmstaedter-Beteiligung in den vergangenen zehn Jahren ist.

Eine Rückmeldung ist es aber doch, wenn man nur auf Darmstaedters Projekt Me & Cassity blickt. Deren letztes Album liegt mittlerweile nämlich sogar schon acht Jahre zurück; in der Folge musizierte Dirk Darmstaedter entweder Solo oder in Begleitung von Busenkumpel Bernd Begemann. Wie ein roter Faden zieht sich allein seine Vorliebe für amerikanische Singer-/Songwriter-Musik durch sein bisheriges Schaffen, und genau da setzt auch die neue Me & Cassity an. Als Gäste hat er hierfür eine illustre Runde um sich geschart: neben Max Schadow, Lars Plogschties und Nikko Weidemann musizieren Anne de Wolff (Calexico) und Martin Wenk (Nada Surf, Arcade Fire), die von Kristofer Aström und Therese Johannson als zusätzliche Vokalisten ergänzt werden und ein beeindruckend warm klingendes Cassity zu Darmstaedters leitendem Me geben. Es ist eben diese höchst angenehme Klangfarbe, die schon beim ersten Hördurchgang einnimmt; die zehn Songs, verortet zwischen Americana und Country, Songwriterpop und Glanzfolk, strahlen mit Bläsern und allerlei anderem, schmuckvollem Instrumentarium.

"Appearances" ist erfreulich unaufdringlich. Das ist eine Platte für Sonntagnachmittage; zum Hinsetzen und Zuhören. Die ungemeine Spielfreude, die dieses Ensemble an den Tag legt, lässt sich bei Genuss dieses Albums im Stillen ganz vortrefflich heraushören; der Detailreichtum der zehn Songs kommt dann auch erst richtig zur Geltung. Fast in jedem Stück entdeckt man einen kleinen Klavierlauf oder Bläsersatz, der sich auf einem eigenen Weg hindurchschlängelt; auf seine Weise zum Wohlklang beiträgt. Gefällt wirklich ausnehmend gut.

Text: Kristof Beuthner