Diego - Two [Noisedeluxe / Al!ve]

Tja, das hier ist einfach. Oder zumindest könnte man es sich als Rezensent einfach machen. Schließlich kennt jeder Interpol, jeder kennt die Editors und ihre Väter im Geiste, Joy Division. Führt euch den Sound dieser Bands vor Augen, lasst das ganze im Badischen stattfinden, und schon habt ihr eine ziemlich genaue Ahnung davon, wie Diego klingen. Schnödes Epigonentum nannte man sowas früher im Visions Magazin. Heute ist man nicht mehr so ideologisch, generell nicht, und lebt damit besser. Denn auch wenn Diego, bewusst oder unbewusst eben solche schnöden Epigonen sind – ihre Musik ist deswegen noch lange nicht schlecht. Im Gegenteil. Denn sie haben es raus, wie man die Gitarreneffekte zusammensetzt, wie man singen muss, um diese unwiderstehlich erhabene und stolze Atmosphäre zu erzielen. Und sie wissen, wie sie Songs zu schreiben haben, damit sie inmitten dieses Klanggewandes gut funktionieren. Und, nicht zuletzt, erlauben auch sie sich die eine oder andere Eigenheit, subtile Soundideen und leichte Abweichungen von den Stimmungskonventionen des Genres zum Beispiel. Groß ins Gewicht fallen diese kleinen Spleens aber nicht. Stattdessen haben Diego die nächste existenzielle, melancholische, bedeutungsschwangere, eben lebenswichtige Platte für alle Interpol-Fans gemacht.

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Datum: 17.11.2008, 01:52 Uhr

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