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<title>Nillson.de</title>
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<lastBuildDate>Wed, 02 May 2012 22:33:00 +0200</lastBuildDate>
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<title>Of Monsters And Men - My Head Is An Animal [Universal]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/of-monsters-and-men-my-head-is-an-animal-universal.html</link>
<description>Es gibt Alben, die muss man mehrere Male hören, bevor man ihre Schönheit entdeckt. Dann gibt es Alben, bei denen man schnell erkennt: das wird nichts mehr. Und die dritte Kategorie sind die Scheiben, die man hört und sofort denkt, man hätte mit ihnen bereits einen Sommer verbracht.</description>
<content:encoded><![CDATA[Genauso ein Album ist das Debüt von der Band Of Monsters And Men. Woran das liegt wird auch relativ schnell klar: das Album überrascht in keiner einzigen Sekunde. Was dort in zwölf Tracks angeboten wird&nbsp;ist so vorhersehbar und altbekannt&nbsp;, dass man sich zurücklehnen kann ohne die Musik erforschen oder erspüren zu müssen. Und genau das ist die Stärke von My Head Is An Animal, es befriedigt unsere Sehnsucht&nbsp;nach neuen Songs von Arcade Fire, Edward Sharpe And&nbsp;The Magnetic Zeros,&nbsp;Mumford &amp;&nbsp;Sons und liefert damit den perfekten Soundtrack für die ersten&nbsp;Road Trips, Freibadbesuche, Grillsessions&nbsp;und Stadtspaziergänge des Jahrs.&nbsp;
Die isländische Band, die 2010 bei einem nationalen Bandwettbewerb gewann und es mit ihrem Song Little Talks sogar in die amerikanischen&nbsp;Charts schaffte, setzt auf&nbsp;popige Indie-Folk-Melodien,&nbsp;Duette und Hintergrundchöre, die freudig erregt &quot;La la la&quot; singen.
Bei all diesem Frohsinn, der Sommerlaune und Leichtigkeit überrascht der Videoclip zu Little Talks, der an eine Schattenspielversion von Final Fantasy erinnert.&nbsp;Aber&nbsp;man soll ja&nbsp;auch nicht die Videoclips gucken, sondern rausgehen, mit Freunden die Wiesen stürmen und alles was der Kühlschrank hergibt auf den Grill schmeißen.<br /><br />Wer jetzt noch batteriebetriebene Boxen dafür braucht, der gehe in den Elektro-Fachhandel seines Vertrauens. Mehr Infos über Of Monsters And Men gibt es auf Ihrer<link http://ofmonstersandmen.is/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">&nbsp;Homepage</link>.
<sub>Text: Lasse Scheiba</sub>]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Wed, 02 May 2012 21:53:00 +0200</pubDate>
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<title>Charge Group - Charge Group [Own Records / Al!ve]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/charge-group-charge-group-own-records-alve.html</link>
<description>Die Luxemburger von Own Records lieben die Musik. Zuletzt liebten sie die Musik so sehr, dass sie sich vollkommen darin verloren und ausschließlich Platten mit breiten, sphärischen Klangexperimenten veröffentlichten. Die Charge Group aus Sidney steuert nun mit Macht gegen die Lethargie.</description>
<content:encoded><![CDATA[Und es ist, wenn man die Veröffentlichungspolitik des Labels verfolgt, bei all der Schönheit, die Künstler wie Federico Durand, Tomoyoshi Date oder Willamette zuletzt verbreiteten, ein wahrer Genuss, wieder einen Release mit Songstrukturen und richtigen Vocals in den Händen zu halten. Das Debüt der Charge Group, &quot;Escaping Mankind&quot;, erschien vor drei Jahren an gleicher Stelle und glänzte auch schon mit ausgefeiltem Songwriting und einer guten Mitte zwischen Bombast und Postrock. Auf dem nach ihnen selbst benannten Nachfolger ist alles sogar noch eine Nummer größer. Schon der Opener &quot;The Gold Is Gone&quot; zieht einen in seinen Bann, baut sich elegisch auf, ein mehrstimmiger Gesang, die Spannung steigt an, alles entläd sich in Pomp und Glorie und fällt am Ende in ein geflötetes Outro wie die sprichwörtliche Ruhe nach dem Sturm. Und dann ist man drin und fühlt sich großartig. Dabei fährt die Band keineswegs die reine Post-Nummer, sondern spielt auch zackigen, energischen Prog mit sogar dezentem Popappeal. Das alles changiert tempomäßig schön hin und her, so dass die Platte niemals dümpelt, sondern immer wieder fordert und aufweckt, wenn man gerade vorhatte, sich so richtig in der Grandezza von Songs wie &quot;Volcano&quot; zu aalen, weil sie einen entfernt an das letzte National-Album erinnern. Und dann kommt die Single &quot;Run&quot;, und die ist tatsächlich ein kleines Monster, treibt und rüttelt, lässt sich zurückfallen und schießt wieder nach vorne mit einem niedlich wirkenden, kleinen Riff, an dem dröhnende Gitarren und hektische Drums ziehen und zerren. Die Vocals sind hier auch mal nicht glasklar und schimmernd, sondern kommen verzerrt und gehetzt, es ist eine höchst spannende Tour de Force, die riesig Spaß macht. Und um sich zu erholen, schiebt die Band das wundervolle &quot;The Jaguar Complex&quot; nach, und man möchte sich vor den Boxen aufbauen und die Arme ausbreiten. Und so geht das weiter und weiter und weiter.<br /><br />Ja, die Charge Group hat sich auf diesem Album definitiv noch einmal selbst überboten. In Sachen Dramaturgie, Songwriting, Konzeption und Finesse wurden zwei, drei Schippen drauf gelegt, und das ergibt summa summarum ein höchst stimmiges und in größtem Maße spannendes Album, das zeigt, das diese Jungs dich in jeder Hinsicht glücklich machen können.<br /><br /><i>Text: Kristof Beuthner</i>]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 11:08:00 +0200</pubDate>
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<title>Lockerbie - Olgusjór [Kapitän Platte / Cargo]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/lockerbie-olgusjor-kapitaen-platte-cargo.html</link>
<description>Geht euch das auch manchmal so? Da denkt man, man habe aus Island schon so viel Musik gehört, dass einen eigentlich gar nichts mehr wirklich begeistern dürfte. Erfreuen, okay, aber was ist eine Flamme gegen eine Explosion?</description>
<content:encoded><![CDATA[Und so kamen die jungen Herren von Lockerbie daher und machten mir den Frühling. Einfach so, mit ihrer Single &quot;Laut&quot;, die so sehr strahlt und nach außen drängt, als wollten all die Frühblüher auf einmal gleichzeitig in vollem Glanz die Erde verlassen und nach oben schweben. Und ich gestehe: damit habe ich nicht gerechnet. Die Quintessenz dieser Band und ihres ersten Longplayers &quot;Olgusjór&quot; liegt darin, dass sich hier einige der schönsten Dinge der Musikwelt treffen: schwelgerischer Postrock; klarer, heller Folk und eine gute Prise Pop. Doch vor allem und über allem: die isländische Sprache, sinnbildlich für eine ungreifbare Seltsamwelt und somit so ziemlich jeden Release aufwertend, da das Nichtverstehen der Lyrics für jedwede unserer Interpretationen offen ist. Das funktioniert bei Sigur Rós seit Jahren; das hat auch bei den Mädels von Pascal Pinon funktioniert und ein Album, das im Grunde nur aus Gitarren, einem Glockenspiel und Blockflöten besteht, zu einem winterlichen Wunderwerk gemacht. Damit will ich aber nicht sagen, dass der Sound von Lockerbie ohne die Island-Komponente weniger wert wäre. Die bereits aufgeführten musikalischen Zutaten werden auf &quot;Olgusjór&quot; so stimmig miteinander verbunden, dass es selbst instrumental eine helle Freude wäre. Es jubiliert, es treibt an jeder Ecke; dieser Sound ist energetisch und klar, er umarmt dich lang und innig und rennt dann wieder los in die Sonne. Und wie gesagt, auch für Liebhaber klarer, einprägsamer Popmelodien haben Lockerbie was im Gepäck. Die Single &quot;Laut&quot;, vielleicht sogar noch mehr das zackige &quot;Í draumí&quot; schmeicheln sich herrlich ins Ohr und hinterlassen einen glücklich. &quot;Olgusjór&quot; ist ein Album, das es auf äußerst gekonnte Weise&nbsp; versteht, Klarheit und Helligkeit darzubieten und sich trotzdem durch immer wieder hektische, unstete Drums nicht darin zu aalen. Das Album ertrinkt nicht im Schönklang, es gibt so viel zu entdecken. Jetzt werden vielleicht wieder einige &quot;Ach, der wieder mit seinen Jahreszeiten!&quot; stöhnen, aber: Lockerbie haben ihn geschaffen, den einzig wahren Soundtrack für den Frühling. Und darum gehe ich jetzt in die Sonne, diese Platte auf den Ohren. Takk!<br /> <br /> <i>Text: Kristof Beuthner</i>]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 09:52:00 +0200</pubDate>
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<title>It's A Musical - For Years And Years [Morr Music / Indigo]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/its-a-musical-for-years-and-years-morr-music-indigo.html</link>
<description>Drei Jahre ist es her, da schenkte uns Ella Blixt alias Bobby Baby alias die eine Hälfte von Bobby &amp; Blumm zusammen mit Robert Kretzschmar die Gewissheit, dass Musicals nichts schlimmes sein müssen. Und weil kleine Geschenke die Freundschaft erhalten, tun sie es jetzt wieder.</description>
<content:encoded><![CDATA[Wobei das mit dem Musical schon damals so eine Sache war, ist doch der Sound der beiden in angenehmstem Maße kitschfrei. Und das ist gut so. Das Debüt &quot;The Music Makes Me Sick&quot; lebte von herrlich 70s-verliebtem Wohlklang, ein bißchen so, als wären Abba gar nicht so schlimm, denn da war ja noch dieser Indiepop-Appeal, und der klang ganz charmant nach Jens Lekman. Geblieben ist auf &quot;For Years And Years&quot; vor allem der wirklich schöne, zweistimmige Gesang. Das Ella Blixt eine Herzensdiebin ist, hat sie ja schon nahezu unzählige Male bewiesen, aber durch eine zweite Stimme - wie auch bei Bobby &amp; Blumm - wird das ganze nicht weniger intensiv. Ebenfalls geblieben ist die einnehmende Fröhlichkeit, die sich zwar nicht durch die gesamte Platte zieht, trotzdem aber vorherrscht. Auch die Glockenspiele, die kleinen Soundschnipsel, das Feingliedrige ist geblieben. Es klingt nur, und das ist wohl die größte Neuerung, jetzt durch den verstärkten Einsatz von Synthesizer-Sounds elektrischer, oder besser gesagt: es gibt der elektronischen Komponente eine warme, folkige Erdung, und das ist ziemlich gut so. Ja, und glücklicherweise ebenfalls geblieben ist das Gespür des Duos für einnehmende Popmelodien und Ohrenwärmer, die so unbeschwert dahin gespielt und gesungen klingen, als wären sie ihnen im Schlaf zugeflogen. &quot;For Years And Years&quot; ist eine in jeder Hinsicht unverkrampfte, wunderbare Indiepop-Platte, die gegenüber dem wirklich starken Debüt in keiner Weise abfällt sondern dem wirklich einprägsamen Sound von It's A Musical durch die Elektronik eine passende, weitere Facette hinzufügt. Meine Damen und Herren, bitte gewinnen Sie auch dieses Album lieb!<br /><br /><i>Text: Kristof Beuthner</i><br />]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 10:34:00 +0200</pubDate>
</item>
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<title>Kurzkritiken #18. Fenster, Cursive, SoKo, Salim Nourallah u.v.m.</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/kurzkritiken-18-fenster-cursive-soko-salim-nourallah-uvm.html</link>
<description>Ladies and Gentlemen, es ist wieder einiges liegen geblieben auf meinem Plattentisch. Der so voll liegt, dass man kaum noch Tischplatte sieht. Wirklich wahr jetzt! Plattencover allüberall. Acht davon habe ich mir gegriffen, und das waren gute Griffe. Ausnahmslos tolle Alben, die ich euch in einer neuer Ausgabe der Kurzkritiken nahelegen zu dürfen die Ehre habe. </description>
<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 16:50:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title>The Shins - Port Of Morrow [Columbia / Sony]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/the-shins-port-of-morrow-columbia-sony.html</link>
<description>Da ist es nun: das Album, mit dem kaum noch einer gerechnet hatte, von einem der größten Glücklichmacher dieser Zeit: James Mercer und Band, möchte man statt &quot;The Shins&quot; sagen, denn nach etlichen Zerwürfnissen mit seinen alten Weggefährten hat der Gute die Truppe komplett ausgetauscht und sich neue Spielkameraden gesucht.</description>
<content:encoded><![CDATA[Nach dem überwältigenden Erfolg mit der Danger Mouse-Kollaboration Broken Bells ist ein neues Shins-Album sowieso im Grunde eine Riesensensation. Aber warum ist es da? Der Fame durch Garden State ist nach wie vor riesig. Keine Review ohne Querverweis. Das letzte, bereits fünf Jahre alt Shins-Album &quot;Wincing The Night Away&quot; wurde schon unter dem Auge des Hypeanalysten begutachtet und erreichte nicht mehr die Höchstwerte, wie sie der bisherige Schaffenshöhepunkt &quot;Chutes Too Narrow&quot; einheimsen konnte. <span lang="EN-GB">Also, was soll uns &quot;Port Of Morrow&quot; bringen? </span>Ist es ein Statement, dass Mr. Mercer und seine neuen Jungs immer noch die Welt verändern können, wie Natalie Portman uns einst so glaubhaft (und wahrheitsgemäß) versicherte? Oder geht es jetzt nur um den guten Namen einer Kritikerlieblingsband, der zumindest wieder ein bißchen Geld in die Kassen spült? Die Shins dürften nach ihrem bisherigen Schaffen allerorts für ausverkaufte Häuser und Slots bei den größten Festivals sorgen. Den Major-Deal hatten die Shins ja eh vorher schon. Ist es möglich, dass sich die Unbekümmertheit der ersten beiden Alben nach all dem Erfolg und all den neuen Erlebnissen ins Jetzt übertragen lässt; dass eine Shins-Platte immer noch verblüfft?
Und kann eine Platte ernsthaft überhaupt noch verblüffen, wenn sie schon Monate vorher so viele angsterfüllte Fragen aufwirft? Man müsste einen absoluten Reinfall erwarten dürfen oder die reine Erfüllung. So ist das bei Lieblingsbands, die lange weg waren und eigentlich gar nicht wiederkommen wollten. Und wie meistens in diesen Fällen liegt das Ergebnis irgendwo dazwischen. &quot;Port Of Morrow&quot; ist nicht schlecht und nicht brillant. Das Album klingt glattgebügelter als alles, was wir von den Shins vorher kannten. Es ist viel mehr Pop und viel weniger verschroben. Das ist eine konsequente Weiterentwicklung, die man mitgehen darf oder die man von sich schiebt. Die Songs sind schön, die Stimme Mercers deckt ein wesentlich breiteres Spektrum ab, aber ich persönlich vermisse die Introvertiertheit von &quot;New Slang&quot;, die Niedlichkeit von &quot;Kissing The Lipless&quot; und den bissigen Weltblick von &quot;Young Pilgrims&quot;. Und auch die Exaltiertheit von &quot;Australia&quot;. Da hilft selbst so ein veritabler Hit wie &quot;Simple Song&quot; nur wenig, um alte Gefühle wieder in ihrer Gänze zu erwecken. Aber es ist ein neues Shins-Album. Das ist doch auch was!<br /><br />
<i>Text: Kristof Beuthner</i>]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 15:41:00 +0200</pubDate>
</item>
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<title>Russian Circles - Empros [Sargent House / Cargo]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/russian-circles-empros-sargent-house-cargo.html</link>
<description>Und immer wieder schwebt der mächtige Postrock über den Dingen, auch wenn ich - das gebe ich unumwunden zu - diese Genrebezeichnung irgendwie ungut finde. Etymologisch erklärt das also eine Phase &quot;nach dem Rock&quot; - dann kann das für die Russian Circles aus Chicago allemal nicht stimmen.</description>
<content:encoded><![CDATA[Wenn man es genau nimmt und mal das Internet durchleuchtet, steht da sowieso eher der Stempel Post-Metal drauf. Ist Metal jetzt auch schon vorbei? Whatever. Was diese Herrschaften auf ihrem aktuellen Werk &quot;Empros&quot; aufbieten, ist Rock in seiner Reinform. Von mir aus noch Hardrock, sanfterer Metal, okay. Da sind ungezügelte Energie, kraftstrotzende Soundscapes, riesengroße Soundwände, jede Menge Druck, sich aufladend in immer wieder auftauchenden, ausschweifenden Ruhephasen, wie dieser kurze Moment zwischen zwei Gewittern. Gesang gibt's keinen. Aber wer braucht den schon? <span lang="EN-GB">Explosions In The Sky? </span><span lang="FR">Zech's Marquise? Mogwai? </span>Nein. In der Regel funktionieren diese Bands dadurch, dass es die Musik selber ist, die eine solch aussagekräftige Klangsprache hat, dass es keine Vocals braucht, um den Stücken eine Aussage zu geben. Das ist auf &quot;Empros&quot; auch der Fall. Nur sechs Stücke, dafür jedes ein kleines Epos. Enorm kraftvoll und energiegeladen klingt das, auch wenn es nie wirklich ausbricht. Man stelle sich eine Bestie aus alten Sagen und Mythen vor, nur gehalten durch ein massives Eisengitter. Die Bestie stemmt sich dagegen, das Gitter knackt und biegt sich, doch es bricht nicht. Die Kraft schwindet, die Bestie ruht sich aus, stemmt sich aufs neue dagegen. Ein Vergleich, der insgesamt hinkommt bei &quot;Empros&quot;. Highlight der Platte ist fraglos das knapp acht Minuten lange &quot;Mlàdek&quot;, das neben einem schön prägnanten Riff auch den größen Spannungsbogen bietet und mich persönlich immer so ein bißchen an die unvergessenen Secret Machines, nur eben ohne Gesang, erinnert. Auch &quot;Shiphol&quot; und &quot;Attackla&quot; holt weit aus und entläd sich in einem Rifffeuerwerk. Das alles macht großen Spaß, ist durchweg atmosphärisch und spannend. Das ist definitiv ein qualitativ äußerst hochwertiger Beitrag zu einem Genre, in dem viel zu viel halbgute Platten erscheinen. <br /><br />
<i>Text: Kristof Beuthner</i>]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 15:30:00 +0100</pubDate>
</item>
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<title>Peter Broderick - http://www.itstartshear.com [Cooperative Music / Universal]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/peter-broderick-httpwwwitstartshearcom-cooperative-music-universal.html</link>
<description>Ein weiteres Mal begibt sich Peter Broderick heraus aus dem großen, schillernden Efterklang-Kosmos und veröffentlicht ein weiteres herrlich reduziertes, angenehm warmherziges Folkwerk, das dieses Mal allerdings den aus der Zeit gefallenen Sound mit einer gehörigen Portion Präsentationsbewusstsein im Web 2.0-Zeitalter mischt.</description>
<content:encoded><![CDATA[Da wäre zunächst einmal der Albumtitel, der tatsächlich die URL &quot;http://www.itstartshear.com&quot; beinhaltet. Das ist nach den heimeligen &quot;Home&quot; und &quot;How They Are&quot; auf den ersten Blick sehr sperrig und gewöhnungsbedürftig. Die Idee dahinter ist eine zum Album gehörende Website, auf der zu jedem Songtitel ausführliche Liner Notes sowie die kompletten Lyrics zu finden sind. Die Verknüpfung also zwischen bodenständiger, erdnaher Musik und steril virtuellem Infotainment, quasi. Als Idee ist das dennoch klasse. Und die Musik selbst ist sowieso mal wieder über jeden Zweifel erhaben. Weil Peter Broderick mit seiner wunderbar warmen Stimme einfach die Herzen aufmacht. Und diese Stimme sich in diesen spärlichen Arrangements aus Klavier, Gitarre und ein paar Streichern - manchmal auch nur im Zusammenspiel mit einer dieser Komponenten, unter anderem ist der großartige Nils Frahm als Gastmusiker dabei - einfach so pudelwohl fühlt wie unsereins mit einem heißen Tee im Lieblingssessel an einem schlechtwettrigen Herbsttag. Aber Peter Broderick suhlt sich nicht in Herbstmelancholie, dieser Eindruck sollte jetzt keinesfalls entstehen. Seine Songs sind trotz aller Fragilität kraftvoll und ehrlich; das kann einem auch im Frühjahr einen gemütlichen Sonntag noch verschönern. Es reißt wie immer keine Bäume aus, es ist wie gewohnt einfach ein solides, wunderschönes, unprätentiöses Songwriter-Folk-Album, das nicht mehr und nicht weniger bietet als vollkommenen Wohlklang. Was in meinen Augen schon mehr als genug ist, um sich auch dieses Album mit Seidenfäden ans Herz zu binden.
Text: Kristof Beuthner]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 14:48:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title>Gary - Hey Turtle, Stop Running [Siluh / Al!ve]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/gary-hey-turtle-stop-running-siluh-alve.html</link>
<description>Vor zwei Jahren erwischte mich diese Band kalt und eröffnete mir den Sommer. Da ich Laie zu diesem Zeitpunkt nichts wusste von &quot;The Lonely Cnorve Machine&quot;, dem zu jenem Tag bereits knapp zehn Jährchen alten Debüt der Garyband, geriet ich unbedarft an &quot;One Last Hurrah For The Lost Beards Of Pompeji&quot; und schmolz dahin bei so viel Harmonieseligkeit.</description>
<content:encoded><![CDATA[Die den rauhen Sound des Debüts abgelöst hatte und ein in so vieler Hinsicht sonniges, liebevolles und warmherziges Songwriting mitbrachte, dass das Album sehr schnell zu einem meiner besten Freunde wurde. Robert Stadlober hatte es damals versprochen: nochmal würde man nicht zehn Jahre auf ein Gary-Album warten müssen. Und siehe da, &quot;Hey Turtle, Stop Running&quot; ist draußen. Stellt sich doch gleich die Frage: wie klingt ein Album, bei dem zum Vorgänger keine Dekade dazwischen lag, in der man so etwas wie erwachsen geworden ist? Die Antwort: gar nicht so viel anders als &quot;Pompeji&quot;, was im Grunde nicht so sehr überrascht und in diesem Fall auch ein Segen ist. Und vielleicht liegt es am jetzt immensen Erwartungsdruck, aber die Schildkröte springt einen nicht ganz so schnell an. &quot;Bill Ayers Torn Pamphlet For The Children Of The Revolution&quot; bildet da beim ersten Hören eine Ausnahme, was vielleicht daran liegt, dass er die akustischen Quintessenzen der beiden bisherigen Alben eindrucksvoll auf einen Nenner bringt und somit fast schon nostalgisch klingt. Ach ja, da war doch was mit den Songtiteln! Die waren auf &quot;Pompeji&quot; verschwurbelt und teilweise ellenlang und sind auf &quot;Turtle&quot; wesentlich zugänglicher, vom Bill-Ayers-Beispiel mal abgesehen. Und noch mehr Änderungen gibt es. Astrid Noventa spielt mittlerweile eine größere Rolle im Garyband-Kosmos als auf dem Vorgänger; man hört ihre wundervolle Background-Stimme jetzt wesentlich öfter auch mal im Vordergrund, und das steht dem Sound famos, wie beim schön verschrobenen Intro oder auf &quot;Four Letter Words&quot;, bei dem sich Robert Stadlober vornehm zurück hält. Hach ja. Ansonsten bleiben die Schuster bei ihren Leisten: sonnige, strahlige Indiepopmusik mit vielen Gitarren, Sixties-Anleihen und meist zweistimmigem Gesang. Zeitlos, weil aus der Zeit gefallen, oder vielmehr: weil musikalisch in einer verortet, die in den Köpfen der Dabeigewesenen eh nicht zu Ende ist und in denen der Neuentdecker in ganz eigenen Farben leuchtet. Melodien, die einem dieses Mal wie gesagt nicht sofort den Kopf verdrehen, sondern das erst beim zweiten, dritten Durchgang schaffen. Dann aber mit Wucht. Das fast schon hymnische &quot;Are You My Pilot&quot;, die Single &quot;Love Is Love&quot; und natürlich &quot;You, Lou &amp; Stephen ca. 1995&quot;, bei dem sich ein dickes, fettes Lächeln auf die Gesichter derer legt, die sich schon mal auf einem Konzert vom unbekannten Nebenmann respektive Nebenfrau so verstanden gefühlt haben wie von niemandem zuvor, und auf die derer, bei denen dieser herzerwärmende Sepia-Film jetzt im Kopfkino läuft.&nbsp;
Setzen wir doch mal ein Fazit unter die neue Gary. Reifer klingt sie, ja. Gott sei Dank aber nicht erwachsener. Das ist auch in meinen Augen nicht &quot;tied to the 90s&quot;, wie es Travis mal sagten, auch nicht simple Bauchpinsler eigener alter Heroen oder gar deren Staffelholzträger, sondern nach wie vor der Kunstform Musik ganz und gar tief verbunden. Mehr noch: zu den Gefühlen, die Musik in einem hervorruft, und dafür sorgt, dass diese Gefühle Feder und Instrument werden und neue Songs entstehen. Mit allen Erinnerungen, Konzerten, Parties, Tränen, Weinflaschen, die eben so dazu gehören und ins Neue einfließen. Das ist der ewige Kreislauf dieser großen Kunst, ohne falsche Emotion oder sterile Künstlichkeit, und bei Gary wird nach wie vor einfach toll spürbar, wie Rädchen um Rädchen ineinander greift und aus etwas, das einen irrsinnig geprägt hat, immer noch und immer wieder etwas spannendes, zeitloses, neues wird.&nbsp;
Text: Kristof Beuthner]]></content:encoded>
<category>Rezensionen</category>
<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 22:42:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title>Die Antwoord - Ten$ion [Cooperative Music / Universal]</title>
<link>http://www.nillson.de/artikel/die-antwoord-tenion-cooperative-music-universal.html</link>
<description>Die Antwoord sind zurück, und man will wissen: »Wie war nochmal die Frage?« Auf jeden Fall irgendwas mit Rap-Rave, Zef, Afrikaans und WTF?.</description>
<content:encoded><![CDATA[Doch fangen wir mal vorne an. Wer oder was ist »Die Antwoord«? Das sind Frontmann Ninja und Frontfrau Yo-Landi Vi$$er, komplettiert durch DJ Hi-Tek. Dabei ist das Trio laut Eigenauskunft »a fre$, futuristik, flame-throw-flow-freeking, zef rap-rave krew from da dark dangerous depths of Afrika«. Man sieht: man kommt leicht ins Schwimmen wenn man hier drumrumredet, was die Antwoord am Ende sein soll – das ist gleichzeitig ein Stück der Faszination, die&nbsp;<i>Die Antwoord</i>&nbsp;ausmacht.
Bleiben wir also bei den eher musikalischen Details: Es ist Rap. Soviel steht fest. Aber dieser Rap wird nicht über derbe Beats, sondern zumeist über sägenden Rave drappiert, der einfach fetzt. Die Songs der Antwoord flowen dabei allerfeinst und sind durchweg abwechslungsreich. Das Spezielle an dieser eh schon ungewöhnlichen musikalischen Cocktail ist aber&nbsp;<link http://de.wikipedia.org/wiki/Afrikaans - external-link-new-window "mehr über Afrikaans in der Wikipedia">das Afrikaans</link>&nbsp;von Ninja und Yo-Landi, das interessant klingt&nbsp;und mit akzentreichem Englisch vermengt wird.
Besagter Cocktail bedient sich quer durch den Garten an allen Genres. Der Rap dreht sich standesgemäß um die eigene Crew und die&nbsp;<link http://www.urbandictionary.com/define.php?term=zef - external-link-new-window "Was genau ist Zef?">Zef</link>-Side. Die Beats klingen bisweilen stark afrikanisch (»Fatty Boom Boom«) und leicht verspielt, aber auch sehr straight forward nach dem Rave und Techno der frühen 90ern. Mit starken Synthies vermengt sich das in »Baby's on Fire« zu einer Reminiszens an die glorreichen Zeiten des Euro-Dance (Stichwort: 2 Unlimited und der Tribal Dance). In diese Kerbe schlägt dann auch die aktuelle Single (»I Fink U Freeky«) und man muss sagen: Das ist originell und fesselnd, weil es die etwas angestaubte, dezent peinliche Musik der 90er erfrischt und mit unglaublicher Wucht und Stimmung ins Jahr 2012 katapultiert. Klassischere Rap Songs fehlen dennoch nicht, wie »Hey Sexy« beweist, welches mit viel Whoop! deutlich bei Ludacris' »Move, Bitch« sampled.
Das ganze Album ist&nbsp;<i>paralysierend</i>. Es zündet nicht direkt beim ersten Hören, doch zieht es unweigerlich in seinen Bann. Das ist in weiten Teilen auch Yo-Landis unwiderstehlich flowender Stimme zu verdanken, die angenehm mit der Präsenz Ninjas konstrastiert.&nbsp;Unterstrichen wird die besondere Rolle der Antwoord von Musikvideos wie dem aktuellen zu&nbsp;<link http://youtu.be/8Uee_mcxvrw - external-link-new-window "Video "I Fink U Freeky"">I Fink U Freeky</link>.
Es bleibt zu attestieren:&nbsp;<b>Das ist definitiv heißer Scheiß.</b>&nbsp;Wer etwas für Rap übrig hat, sollte dieses Album&nbsp;<i>dringend</i>&nbsp;seiner Sammlung hinzufügen.
<i>Text: Arne Seemann</i>
<div><h3>Links:</h3></div>
<ul><li><link http://www.guardian.co.uk/music/2010/sep/12/die-antwoord-music-feature - external-link-new-window "Guardian-Interview mit Die Antwoord">Lesenswertes Interview</link></li><li><link http://dieantwoord.com/ - external-link-new-window "Die Antwoord Hompeage">Offizielle, ausgeflippte Homepage</link></li></ul>]]></content:encoded>
	<category>Rezensionen</category>
	<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 13:57:00 +0100</pubDate>
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