Was passt besser zum Herbst, als der Typ auf der Bühne, der dir mit seinen schmeichelnden Folksongs die Kälte von innen austreibt? Fin Greenall alias Fink, den man aus Gründen hierzulande noch gerne mit dem eingeklammerten UK dahinter firmieren lässt, kann das ganz ausgezeichnet.
Es ist ja ohnehin ein spannender Werdegang, der ihn über das eigentlich eher mit Elektro- und Hiphop-Releases geschmückte Label Ninja Tune vom DJ und Produzenten zu einem der zur Zeit liebstgesehenen Indie-Folk-Künstler hat reifen lassen. Sechs Alben lang darf man diesen Fin Greenall nun schon in der trüb-kalten Jahreszeit mit den bunten Blättern in die Anlage oder auf den Plattenspieler legen, mit dem berechtigten Wunsch, sich danach einfach besser zu fühlen.
Die Zutaten sind nicht exotisch, brauchen sie aber auch nicht sein. Es sind die warme Stimme und das exquisite Songwriting, live noch verstärkt durch Bass und Drums, die das Ganze so edel und besonders machen. Das im vergangenen Jahr erschienene Album "Hard Believer" war ein weiterer eindrucksvoller Beweis dafür; an die dazugehörige Show beim Haldern Pop erinnere ich mich aber leider nur noch spärlich. Zu verregnet der Tag, zu reichhaltig das Pflichtprogramm hinter der Bühne. Und als ich endlich Zeit hatte, zur Hauptbühne zu rennen, erwischte ich nur noch zwei Stücke und bereute es bitterlich.
Da trifft es sich auch für die Nillson-Bande gut, dass Mr. Greenall sich in drei Tagen noch einmal auch hierzulande die Gitarre unter den Arm klemmt und mit seiner Band fünf Konzerte spielt. Die Veranstalter wedeln schon drohend mit dem "Ausverkauft"-Schild, aber noch gibt es Tickets und wir empfehlen euch einen Besuch ganz dringend und - passend zur Musik - wärmstens.
Das hier sind die Daten:
So, 25.10.: Berlin, Tempodrom
Mo, 26.10.: Hamburg, Docks
Sa, 7.11.: München, Muffathalle
So, 15.11.: Freiburg, Jazzhaus
Mo, 16.11.: Köln, Tanzbrunnen
Und das hier ist das aktuelle Video zur Single "Too Late":
Text: Kristof Beuthner
Foto: Tommy Lance