Ja, doch, man kann es nicht leugnen: die Vorfreude auf dieses besondere kleine Festival in Beverungen, das am kommenden Freitag in die sechzehnte Runde geht, wird jedes Jahr größer. Der Grund liegt ganz einfach auf der Hand. Beziehungsweise: es sind sogar mehrere.
Erstens: Da sich mittlerweile wirklich allüberall herumgesprochen hat, dass die Atmosphäre und das Booking-Gespür hier einzigartig ist, steht das Orange Blossom Special bei so vielen Leuten auf der Festivallandkarte, dass die Karten schon immer früher weg sind. Das schafft erhöhte Planungssicherheit und sorgt konstant großartige Bands.
Zweitens: Da die Festivalszene sich immer weiter einem riesigen, schwarzen Loch aus Stylewahn und Eventtourismus nähert, werden Festivals wie das OBS für den Musikliebhaber eine immer wertvollere Bastion des guten Geschmacks, deren Dasein man mit Freuden honoriert. Das habe ich zwar auch letztes Jahr schon gesagt; 2012 gilt es umso mehr.
Drittens: Die Bandauswahl in diesem Jahr ist wirklich ausnehmend exquisit. Allen voran werden die wunderbaren Spain zurück ins Rampenlicht rücken und einen ihrer äußerst raren Deutschland-Auftritte auf dem OBS spielen. Am Samstagabend werden die Schweden von Immanu El, die mit "In Passage" eines der wundervollsten Postrock-Alben der letzten Jahre veröffentlicht haben, den Glitterhouse-Garten zum Leuchten bringen. Die brillanten Briten von The Miserable Rich, vielen überhaupt nur durch ihren gefeierten Auftritt in Beverungen vor vier Jahren, werden mit Rotwein und charmantesten Tönen erneut für Begeisterung sorgen. Aber auch sonst ist eine Band bzw. ein Künstler sehenswerter als der andere: Die grönländische Neuentdeckung Nive Nielsen, die faszinierend weltfernen Orph, der silbern angepinselte Rocco Recycle mit seinen aus Schrott selbst gebauten Instrumenten, der gute alte Bekannte Clickclickdecker, die gnadenlos guten Fuzztones, und und und.
Viertens: Das Wappentier unter dem einprägsamen Motto "Hömma!" ist dieses Mal ein Esel. Und das sind ja wohl so was von sympathische Viecher. Und die grüßen dieses Mal nicht nur überdimensional groß von der Hausfassade neben dem Eingang, sondern auch wieder von zahllosen, selbst gestalteten Stoffbeuteln, die zugunsten des Projektes Viva Con Agua verkauft werden.
Der Haken an der ganzen Sache ist, dass das Festival wie bereits erwähnt schon seit Monaten restlos ausverkauft ist und Karten nur noch mit Glück aus zweiter Hand oder aus Piratenschatzkisten, die irgendwo vergraben sind, erhalten werden können. Bis einschließlich heute habt ihr beispielsweise über den Frontlineshop in Zusammenarbeit mit dem OBS-Sponsor Lee noch Chancen auf zwei Tickets (http://www.frontlineshop.com/index.php?screen=co.win_details&pid=724275).
Schön hingegen ist, dass wie schon bei den letzten drei Ausgaben Nillson.de für euch vor Ort sein wird und euch später alles erzählt. Wer hat besonders geglänzt, auf wen müsst ihr bei den nächsten Konzertplanungen unbedingt achten? Ihr erfahrt es hier.
Wir freuen uns schon und schicken euch einfach nochmal den Timetable rüber, zum nochmal Vorfreuen oder aus der Ferne neidvoll Beäugen.
Donnerstag:
Warm-Up-Party im Stadtkrug Beverungen
21.00 Crocozebra
danach Stag-O-Lee DJ Team
Freitag:
17.30 Alamo Race Track
19.10 Christian Kjellvander
20.50 The Moon Invaders
22.30 The Miserable Rich
Samstag:
11.30 Rocco Recycle
12.40 Amanda Rogers / The Pleasants
14.20 Andrea Schroeder
15.50 The Fuzztones
17.30 Israel Nash Gripka
19.10 Kill It Kid
20.40 Erland & The Carnival
22.25 Immanu El
In den Umbaupausen: Horst With No Name
Sonntag
11.30 Surprise Act
13.00 Clickclickdecker
14.25 Nive Nielsen & The Deer Children
15.55 The Travelling Band
17.25 The Fog Joggers
19.00 Orph
20.35 The Flying Eyes
22.20 Spain
In den Umbaupausen: Skurilli
Text: Kristof Beuthner