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		<lastBuildDate>Mon, 04 May 2026 19:31:47 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Eine Lebenstankstelle: Das ist es. Preview aufs Orange Blossom Special 2026</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/eine-lebenstankstelle-das-ist-es-preview-aufs-orange-blossom-special-2026.html</link>
			<description>Du denkst, das Orange Blossom Special Festival hätte in den letzten Jahren schon alle heimeligen Mottos dieser Welt verwendet. Von „Da hinten wird’s hell“ über „You’re At Home Baby“ bis zu „Welt aus. Obs an.“ und natürlich „Herzensangelegenheit“ – alles perfekte Beschreibungen für dein Festivalwochenende, das dich raus aus den Bezügen holt, dich genau in diesen Wohlfühl-Vibe transportiert, der sich in Beverungen manifestiert wie kaum sonstwo in der Festivallandschaft. Und dann zaubern Rembert und seine Crew mal eben ein Motto aus dem Hut, das nochmal mehr passt als jedes zuvor: „Lebenstankstelle“. Das ist es. Oh ja, das ist es.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Es ist erstaunlich, dass man Jahr für Jahr zu Pfingsten merkt, wie sehr man so eine Lebenstankstelle braucht. Natürlich, das liegt auch am Zeitpunkt. Das OBS ist der Einstieg in den Festivalsommer, also quasi der erste Halt auf einer abermaligen Reise in eine gesellschaftliche Utopie von selbsterklärender Freundschaft ohne sich im Alltag zu kennen, von Akzeptanz, von Respekt und dem unausgesprochenen Teilen gemeinsamer Werte. Das ist das was ein Festivalsommer leistet, und ich beginne meine Texte über das Orange Blossom Special als Eingangstür in diese schöne bunte Welt seit Jahren damit, auszubreiten, wie es Jahr für Jahr nötiger wird, dass wir so etwas haben, eine Lebenstankstelle.
Aus irgendeinem Grund scheint sich die Welt mit jeder Drehung zu denken, dass ihr Dunkel noch nicht dunkel genug ist. Und so wiederhole ich mich hier nun ein weiteres Mal, und so erholen wir uns Jahr für Jahr von größeren Peaks der Unfassbarkeit, denen wir in unserem täglichen Erleben gewahr werden. Und dann war dieser Winter auch noch so elend lang als ende er nie, als wäre das Grau im Himmel synchron zum Grau auf der Erde, so als habe er resigniert, und so standen auch viele von uns der Resignation nahe. Das Warten auf Licht zu lang, das dunkle Gebell so ohrenbetäubend, die Hiobsbotschaften sich mit so viel böser Energie aufmachend um die Zuversicht in uns zu eliminieren. Wo sind die Menschen, wo sind die guten Dinge, wo ist das Licht?
Es ist ganz klar dass Festivals diese Welt nicht retten können. Was sie können ist Räume schaffen. Für Begegnung, für Konsens, für Freude. Bunte, leuchtende Räume, in denen wir uns treffen und durchatmen können, ein Wochenende lang, dann noch eins und noch eins. Irgendwie sind sie alle Lebenstankstellen, und das OBS ist es vielleicht noch diese ganz kleine Spur mehr – zumindest für mich. Wer schon mal hier war, weiß was ich meine.
Wer schon mal hier war kennt nämlich das Gefühl, in den Grünen Weg einzubiegen, schon vom Auto aus die letztes Jahr erst gefundenen, aber schon stark liebgewonnenen neuen Freunde zu erblicken, dann zu sehen wie sich die Wiese an der Weser vor einem ausbreitet wo gleich für drei Nächte dein Zelt stehen wird, zum ersten Mal wieder Festival mit allen Sinnen aufzunehmen und zu wissen: Das dauert jetzt nur Minuten und ich falle im besten Sinne. Falle in dieses Nest, das ich zu meinem gemacht habe, mit all diesen Menschen zusammen, von denen ich vorher nicht wusste dass es sie gibt und bei denen ich trotzdem von Anfang an gespürt habe, dass wir in die gleiche Richtung laufen, so verstreut wir im real life auch sein mögen.
Du betrittst das Festivalgelände – „Schön, dass du da bist!“ steht da mit Kreide auf einem Schild geschrieben – und du spürst den Vibe. Siehst wie viel Mühe und wie viel Liebe hier drinstecken. Nicht dass du das vergessen hast. Aber da ist wieder Wärme. Du triffst die gleichen Menschen wie jedes Jahr. Manchmal fehlt jemand. Die Umstände, das Leben. Alles wächst. Alles ruht. In sich. An diesem Ort. Du tankst auf, sofort. Du siehst sie alle, die alten, die jungen, die ewigen, die neuen, und du kannst jede:n fragen der zum ersten Mal hier ist: Sie verstehen warum man ihnen schon so lange und mit so leuchtenden Augen vom Orange Blossom Special im Glitterhouse-Garten erzählt.
Und die Musik. Du findest in ganz Deutschland Festivals mit liebevoll kuratierten Lineups und wirst es doch selten erleben dass ein Publikum so nah dran ist. Dass Bands und Künstler:innen so warmherzig und zahlreich empfangen werden, egal zu welcher Stagetime. Das Vertrauen ist immens. Und das zurecht. Hier dürfen Musiker:innen auftreten für die diese OBS-Show nicht selten das größte ist was sie bisher gemacht haben – und die noch in Jahren davon berichten werden wie sie zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt zu haben sich hier beweisen zu müssen weil sie mit ganz viel Neugier einfach angenommen werden in ihrer Kunst. Rembert gibt ihnen aus vollem Herzen diese Bühne, und die Menschen davor wissen, dass es sich lohnt. Ob das nun im realen Leben immer ihr Sound ist, egal. Es entsteht eine Symbiose, fast schon kitschig, fast schon unreal, aber du spürst sie. Auch für jeden, der unter dem Kronleuchter performt, ist das eine Lebenstankstelle.
Darum kommen sie auch wieder wenn sie eingeladen werden. Stefan <b>Honig</b> kennt das OBS, war mit seinen Accidental Birds schon hier; Deniz Jaspersen sowohl mit Deniz &amp; Ove als auch mit <b>Herrenmagazin</b>; Anna Meier, Tabea Niewerth und Milena Wagner von <b>Animat</b> spielten mit Loki hier sogar schon zweimal. <b>Israel Nash</b>, <b>Marlo Grosshardt</b>, <b>Wrest</b> – auch diese drei Namen hat man schon auf den OBS-Lineup-Plakaten gelesen. Marlo Grosshardt ist seit seiner Show hier vor zwei Jahren inzwischen eine absolute Institution in der Indie-Szene geworden und die Schotten von Wrest eh eine internationale Instanz. Sie finden ihren Weg zurück und es wird wieder besonders. Eh jedes Jahr am Start sind Jörkk Mechenbier und Lasse Paulus alias <b>Schreng Schreng &amp; La La</b> alias Der Esel und sein Anwalt, die „Hausmarke des OBS“ (Zitat) und wiederholt fester Lineup-Bestandteil, dazu noch mit rasantem Aufstieg vom Walking Act über die Minibühne auf die Hauptbühne in diesem Jahr, sky is the limit und so.
Ein echter Traum für (wie ich weiß) gar nicht wenige Crewmitglieder sind <b>Turbostaat</b>, wütend und energisch wie immer, nach so vielen Jahren Bandgeschichte immer noch wichtig und relevant, das wird sehr stark. Zu den ganz dicken Empfehlungen gehören ohne Frage die Holländer von <b>Groote Geelstart</b>, von denen Rembert schreibt, das wird der „krankste geile Scheiß den wir je auf den Garten losgelassen haben“. Völlige Eskalation zwischen Noise Rock, Postpunk, Kraut und Performance Art – das wird eine Show die man so schnell nicht vergisst, auf welche Weise auch immer, und ein äußerst typisches Beispiel für diese wilden Empfehlungen, die von Remberts Herzensangelegenheiten zu deiner werden. Und ich persönlich freue mich unfassbar auf <b>Man/Woman/Chainsaw</b>, die ich beim Reeperbahn Festival leider verpasst habe, deren Mixtur aus Punk, Indie, Noise und Prog das Sextett aber als eine der derzeit spannendsten UK-Bands auszeichnet. Und <b>Tramhaus</b> darf man auch nicht vergessen, das ist pure Energie zwischen Postpunk, Shoegaze und Noise, sehr mitreißend, sehr energetisch, das wird äußerst stark.
Wundervolle Momente versprechen <b>Agassi</b> mit melodiösem Indie-Postpunk, <b>Nils Keppel</b> mit dystopischem Indie Wave, <b>Alela Diane</b>s Indie-Folk-Skulpturen, Indie-Pop zwischen Amerika und Skandinavien von <b>Willow Parlo</b> oder der dezent angejazzte Alternative Pop von <b>Mel D</b>, aber damit ist das Ende noch lange gar nicht erreicht. Es gibt einfach exakt gar kein einziges Konzert auf das man sich nicht freuen kann an diesem Wochenende, alle auf ihre Art unique, alle sehens- und hörenswert; ein unglaublich vielseitig und schönes Lineup ist das dieses Jahr.
Da kommt man mal wieder gar nicht zum Essen (nur Liebe für Mini-Calzone!), und eigentlich muss man sich hier und da zweiteilen um auch die Lesung von <b>Dominik Bloh</b> nicht zu verpassen, den völlig unvorhersehbaren Musik-Talk von <b>Zwischen zwei und vier</b> und den Mini-Live-Podcast von <b>Nilz Bokelberg</b>, der nebenbei das ganze Wochenende lang Footage für seinen "Gästeliste Geisterbahn"-Podcast sammeln wird. Wie man’s macht wird man’s richtig machen. Und am Montag erfüllt nach Hause fahren.
Bei all dem was ich nicht müde werde über das Orange Blossom Special zu erzählen soll nicht unerwähnt bleiben dass das Festival in diesem Jahr ernsthafte Probleme mit Ticketverkäufen hat. Da sind Rembert und sein Team transparent und es ist eh eine offene Wunde der Szene: gestiegene Produktionskosten sorgen für gestiegene Ticketpreise und die Menschen überlegen sich einen Festivalbesuch inzwischen zweimal.
So sehr ich das verstehen kann, verspreche ich euch: Wer hier eincheckt hat jeden Cent gut angelegt. Das OBS war immer schon eine Lebenstankstelle, und ich habe in den letzten Jahren nicht wenige Menschen davon überzeugen können, die einmal kamen und nie mehr weg wollten. Weil das OBS ein Ort ist, der etwas mit dir macht, tief drinnen. Der dich an das Gute glauben lässt und ein Stück Zuhause für dich wird. Das kann man oft gar nicht glauben bis man es mit eigenen Augen gesehen hat, aber so ist es. Und so hat man es dir bestimmt auch schon mal erzählt. Du solltest diesem Menschen glauben. Denn in diesen Kosmos nimmt man nur mit wen man lieb hat – und das ist ein riesengroßes Kompliment.
Tickets bekommt ihr immer noch für 155,00 (bzw. 160,00 für Hardtickets), es gibt das Jugendticket für 13- bis 18jährige für schmale 50,00 und auch wieder Sozialtickets deutlich vergünstigt, die von einem Soli-Aufkommen finanziert werden (was stark ist). Tagestickets könnt ihr ebenfalls kriegen – checkt doch einfach mal auf orangeblossomspecial.de eure Optionen!
Und dann sehen wir uns alle zu Pfingsten im Glitterhouse-Garten, der Lebenstankstelle, dem guten Ort – und machen uns wieder ein bisschen gesund.

<b>Lineup nach Tagen:</b>
<b>Freitag, 22.5.2026:</b>
<b>Hauptbühne:</b> Willow Parlo / Bikini Beach / Israel Nash / Marlo Grosshardt / Man/Woman/Chainsaw
<b>Minibühne:</b> Lener
<b>Walking Act:</b> Animat

<b>Samstag, 23.5.2026:</b>
<b>Hauptbühne:</b> Schreng Schreng &amp; La La / Worries And Other Plants / Groote Geelstaart / Jerry Leger / Nils Keppel / Frazey Ford / Herrenmagazin / Tramhaus
<b>Minibühne:</b> Kekse &amp; Kakao / Schnuppe
<b>Walking Act:</b> Honig
<b>Lesung:</b> Dominik Bloh

<b>Sonntag, 24.5.2026:</b>
<b>Hauptbühne:</b> Surprise Act / Mel D / Blush Always / Alela Diane / Maria Iskariot / Gringo Mayer &amp; Die Kegelband / Turbostaat / Wrest
<b>Minibühne:</b> Nilz Bokelberg / Agassi
<b>Walking Act:</b> Stoic Mind
<b>Lesung:</b> Zwischen zwei und vier

<i>Text: Kristof Beuthner</i>
<i>Foto: Dennis Schinner</i>]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Mon, 04 May 2026 19:31:47 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wohin du gehst? Sagen wir dir! 12 Tipps fürs Reeperbahn Festival 2025</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/wohin-du-gehst-sagen-wir-dir-12-tipps-fuers-reeperbahn-festival-2025.html</link>
			<description>Am Mittwoch beginnt in Hamburg wieder die schönste Extra-Jahreszeit für Musikliebhabende. Eine neue Ausgabe Reeperbahn Festival steht in den Startlöchern! Zwischen Knust und Großer Freiheit gibt es wieder jede Menge Potenzial für durchgelaufene Füße und spannende Entdeckungen, aufregende Newcomer und etablierte Namen, leckeres Street Food und den ein oder anderen Award. Grund genug, spätestens heute ein Vorfreudepaket zu schnüren!</description>
			<content:encoded><![CDATA[Fast 400 Konzerte könnte man sich von Mittwoch bis in die Nacht von Samstag und Sonntag anschauen, könnte man sich durch ein Vielfaches teilen. Die Kunst des cleveren Zeitmanagements ist selten so ein wertvoller Skill wie im September rund um die Reeperbahn. Denn neben eng getakteten Konzertzeiten und penibel berechneten Laufzeiten von A nach B muss man ja immer auch noch einkalkulieren, dass man an Ort C zufällig gute Menschen zum Schnack trifft oder irgendwo keinen Einlass bekommt und plötzlich auf die gute Idee an Ort D angewiesen ist um nicht eine Stunde lang zappelnd und unbeschäftigt in der Luft zu hängen.
Dabei sind die Geschmäcker natürlich höchst heterogen. Gott sei Dank ist es das Angebot auch. Von Neoklassik, Jazz und Contemporary kannst du dir nämlich über Indie und Rap bis hin zu Folk und Metal so ziemlich in jedem Genre der alternativen Musik die Synapsen füllen bis zur ultimativen klanglichen Glückseligkeit.
Darum haben wir mal versucht, es simple zu keepen und empfehlen euch pro Tag drei Konzerte, die ihr zeitlich auf jeden Fall einrichten können müsstet. Natürlich halten diese Tipps vor allem unserem eigenen Geschmackstest Stand. Allen, die sich hier nicht wiederfinden und trotzdem ein Ticket besitzen, empfehlen wir wärmstens, sich mit einem schönen Glas Rotwein noch schnell ans abendliche Querhören und Favourites markieren zu machen – ein liebgewonnenes Ritual, auf das ich mich persönlich Jahr für Jahr fast genauso freue wie auf das Festival selbst. Here we go!
<b>Mittwoch, 17.09.2025</b>
Wären wir ihr, würden wir im neuen Molotow in die Experience starten. Nicht nur, weil wir diesen Sehnsuchtsort der alternativen Musik bisher noch nicht an seinem neuen Ort erlebt haben, sondern auch, weil dort um 19:00 <b>The Pill</b> auftreten, eine äußerst schweißtreibende Riot Grlll-Punk-Band, die euch einfach schon zum Festivalbeginn komplett auf Links dreht. Hörbeispiel gefällig? Testet mal „Woman Driver“!
Von der Reeperbahn aus fährt man (wenn man nicht laufen will) eine U-Bahn-Station weiter, steigt an der Feldstraße aus und läuft ein paar Schritte zum inzwischen mit mächtiger Dachbegrünung verzierten Musikbunker. Die Konzerte im Resonanzraum waren jahrelang für uns mit der „Neue Meister Labelnight“ ein schöner entspannter Festivalausklang mit Klaviermusik und/oder Contemporary Sounds. Mit <b>Omar Dahl</b> könnt ihr hier ab 21:20 einer Band zuhören, die arabische Folklore mit Jazz und Art Pop vermengt und sich somit in der Schnittstelle zwischen Altin Gün und Khruangbin wiederfindet.
Am besten lässt man den Mittwoch im Angie’s ausklingen, aber leise wird es da keineswegs. Dort kombinieren nämlich die Szene-Darlings von <b>Bikini Beach</b> ab 23:45 das beste aus Stoner Rock, Surf Rock und Indie Rock zu einem wirklich überaus zwingenden Soundclash. Muss man sich unbedingt anhören!
<b>Donnerstag, 18.09.2025</b>
Den Donnerstagabend beginnen wir wieder im Molotow und zwar mit einer Band, die man allein schon wegen des exquisit gewählten Namens auf dem Zettel haben sollte: <b>Man/Woman/Chainsaw</b>. Wer im August in Haldern war, hat sich von diesem grandiosen Quintett schon eine wunderbar wilde Mixtur aus Lärm und Schönheit um die Ohren hauen lassen und sich möglicherweise darin verliebt. Hier ist nichts vorhersehbar, was M/W/C in die Nähe von ähnlich gearteten Bands wie Black Midi oder Black Country, New Road rückt, aber Man/Woman/Chainsaw machen ihr ganz eigenes Ding. Hochspannend – Kickoff 19:00!
Weniger Lärm, dafür umso mehr Schönheit finden wir ab 21:30 in der Batcave der Reeperbahn, also im imposanten Mojo Club, und zwar bei <b>Soft Loft</b>. Die Schweizer spielen sehr innigen, sonnentrunkenen und zeitgleich mit kleinen feinen Kanten versehenen Indie Pop, der das Herz wärmt. Einerseits wohnt diesem Sound eine herrliche Leichtigkeit inne, andererseits aber auch eine tiefe Melancholie. Das wird wunderschön!
Und dann wieder: Abteilung Attacke. Wer <b>Dry Cleaning</b> schon mal live erlebt hat, weiß wovon ich spreche. Fast schon bedrohlich zelebriert diese Band den musikalischen Stoizismus: dringlich, drängelnd, dabei nur vordergründig monoton, entfaltet sie einen faszinierenden Sog, auf den man sich einlassen muss um davon eingenommen zu werden. So geht Post Punk halt auch. Um 23:40 im Uebel &amp; Gefährlich – be there or be square.
<b>Freitag, 19.09.2025</b>
Im Clubhaus St. Pauli (u.a. mit dem UWE, dem Sommersalon und dem Häkken) mitten auf der Reeperbahn kann man sich an diesem Wochenende eh auch ruhig die ganze Zeit aufhalten, es passiert ständig was neues und meist sind die Konzerte auch nur kurz. Wir empfehlen da eine höchst charmante Zeitreise zurück in die 80er, denn <b>Twin Tribes</b> sind die Band, die du brauchst, wenn dir an diesem Wochenende Postpunk und New Wave bisher zu kurz gekommen sind. Düster-verhallte Vocals über wabernden Synth-Flächen: Twin Tribes, you got us. Ab 18:00 im Bahnhof Pauli!
Wer Bock auf Rap hat und noch mehr Bock auf Rap mit (Anti-)Haltung kommt eigentlich an den Audiolith-Helden von <b>Waving The Guns</b> aus Rostock schon lange nicht mehr vorbei. Schon lange eine echte Institution im Kampf gegen die braune Masse und andere Idioten nimmt dich der Typ mit der Maske mit seiner Crew stabil an die Hand. Und weil man ja schon seit geraumer Zeit wieder ins Docks gehen kann, ist 21:10 am Freitagabend ein guter Zeitpunkt dafür.
Zum Abschluss geht’s in die Kirche für ein echtes Wochenendhighlight. Rob Goodwin kennt man seit über zehn Jahren als Bariton der famosen The Slow Show, nun hat er sich mit dem Berliner Pianisten Lambert zusammengetan um unter dem Projektnamen <b>GOODWIN</b> eine Soloplatte zu veröffentlichen. Und ja, natürlich ist das ein bisschen The Slow Show halt in sehr reduziert (nämlich nur auf Klavier und Stimme), aber das heißt doch gerade, dass das ganz wundervoll wird und nicht verpasst werden darf. St. Pauli-Kirche, 23:50. Und danach ab in die Nacht.
<b>Samstag, 20.09.2025</b>
Kein Australian BBQ, kein Reeperbahn Festival. Und am Samstag kommt im Molotow auch noch zusammen was zusammengehört: Weil nämlich St. Paulis australischer Fußball-Darling Jackson Irvine höchstpersönlich den musikalischen Nachmittag in seinem Lieblings(musik)club kuratieren darf. Dass da nur Gutes bei herauskommen wird: Eh klar. Eigentlich kann man also getrost seinen halben Tag dorthin verplanen, aber wenn es nur eine Band sein soll, empfehlen wir ganz stark den lässig angesurften Indie-Folk-Pop von <b>The Hubbards</b>, ab 17:10.
Gehören für uns eigentlich viel dringender zum Reeperbahn Festival als die Elphi-Konzerte: Die wunderbaren Abende, an denen die Hauptkirche St. Michaelis ihre Pforten öffnet. Das sind immer wirklich magische Momente in edelstmöglicher Atmosphäre, und in diesem Jahr spielt dort mit der eh immer wundervollen <b>Alice Phoebe Lou</b> eine Künstlerin, die als erste alle beiden hochimposanten Spielorte des RBF gefüllt haben wird; immerhin war sie 2021 schon im Rahmen des Festivals in der Elbphilharmonie zu Gast. Start ist um 20:00, und mit einer Stunde ist die Show für Michel-Verhältnisse sogar recht kurz.
Kickoff in die Samstagnacht am besten mit was tanzbarem oder? We got you covered. Im Mojo Club steht nämlich ab 23:45 <b>Killowen</b> auf der Bühne, und wer was für britischen Rap übrighat und schon mal was von Mike Skinner gehört hat, sollte hier unbedingt vorbeischauen. Nicht dass Killowens Style ein The Streets 2.0 hat, aber solche 2step-Garage-Rap-Hybriden kommen halt nur von der Insel und sind alle irgendwie Erben des frühen Mike. Extrem tanzbar, extrem mitreißend – so kann man ein Festival nach Hause bringen.
Wir sehen uns da – auf ein Getränk oder zwei – und freuen uns auf vier Tage intensiven Musikwahnsinn!

<i>Text: Kristof Beuthner</i>
<i>Foto: Robin Schmiedebach</i>]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 18:54:22 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Reeperbahn Festival 2024: Zehn Konzerte die ihr euch anschauen solltet!</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/reeperbahn-festival-2024-zehn-konzerte-die-ihr-euch-anschauen-solltet.html</link>
			<description>Ab Mittwoch ist es mal wieder Zeit, die Synapsen einer nur allzu willkommenen Totalüberreizung zu unterziehen. Einmal mehr lockt Hamburg mit dem Reeperbahn Festival, Europas größtem Musikzenetreffen, sowohl Musik-Aficionados als auch Branchenvertreter*innen mit einem höchst erlesenen Programm zur Partymeile auf St. Pauli.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das bedeutet wie in jedem Jahr: Wund gelaufene Füße, einen daily Struggle zwischen ambitionierten Laufplänen und unvorhersehbaren Stopps, unverhoffte Neuentdeckungen und lieb gewonnenen Helden, die zwischen all den zukünftigen Lieblingsbands für ein wenig wohlige Gewohnheit sorgen.
Das spannende am Reeperbahn Festival ist jedes Jahr natürlich zuallererst das ausgiebige Studieren des Timetables. Da nimmt man sich gerne einen Abend vorher Zeit und geht gemütlich mit Kopfhörern auf dem Sofa liegend einmal all in. Denn wenn die nächste große Karriere startet, der nächste Festivalsommer entschieden wird oder der erste große Deal auf sicherlich nicht nur eine der rund 150 Bands und Künstler*innen wartet will man doch genau wissen, wo sich das Dabeisein am allermeisten lohnt. Wobei wir jetzt auf die vielen hochspannenden Themen aus dem Conference-Teil des Festivals gar nicht auch noch eingehen können – wer ein Ticket für die Conference hat, dem empfehlen wir aber eindringlich eine ausgiebige Lektüre des Programms!
Dabei bleibt es die größte Herausforderung, sich zwischen Knust und Molotow, zwischen St. Pauli Kirche und dem Michel, zwischen Uebel & Gefährlich und der Großen Freiheit 36 zu entscheiden. Die Wege sind natürlich, und dafür lieben wir Hamburg ja, verhältnismäßig kurz – aber der Zeitplan ist rappelvoll, die Genres zwischen Neoklassik und Indie Rap so vielfältig wie eine gemischte Tüte vom Kiosk an der Ecke. Und sowieso passiert ab ca. 18:30 einfach alles gleichzeitig. Und selbst wenn der persönliche Timetable dann steht, kommt es trotzdem immer noch alles anders als man denkt, wenn man auf der Reeperbahn nämlich alten Freunden in die Arme läuft, oder wenn viele andere Begeisterte die gleiche Idee hatten wie man selbst und man ins Indra oder ins Häkken einfach nicht mehr reinkommt.
Für ein garantiert gutes Gelingen kann natürlich auch unser Vorschlagssammelsurium hier nicht stehen. Es ist einfach ein kleiner zaghafter Versuch, durch persönliche Empfehlungen vorab ein wenig Licht ins Dickicht zu bringen – in der Hoffnung dass alles klappt und wir uns bei einem der nun vorgeschlagenen Konzerte treffen können. Darum hier: Zehn Bands und Künstler*innen, die ihr – unserer Meinung nach – auf gar keinen Fall verpassen solltet!
<b>Mi, 18.9., 19:15, St.Pauli Kirche: ERLAND COOPER</b>
Man sollte, wenn man beim Reeperbahn Festival unterwegs ist, mindestens ein Konzert in einer der beiden Kirchen gesehen haben. Warum nicht am Mittwochabend gleich den Festivalstart gemütlich angehen? Der schottische Multiinstrumentalist Erland Cooper erschafft mit seinen zugleich intimen wie cineastischen Klangcollagen einen inneren Bilderrausch, den man in der heimeligen Atmosphäre der St. Pauli Kirche am besten mit geschlossenen Augen genießt.
<b>Mi, 18.9., 22:40, Molotow (Club): KAPA TULT</b>
Später am Abend sollte man versuchen, seinen Spot im Molotow zu erwischen, was erfahrungsgemäß schwieriger wird je weiter der Abend voranschreitet. Die hochsympathischen Kapa Tult mit ihrem im Punk verwurzelten Indie Rock, der mit on point Sozialkritik kein Blatt vor den Mund nimmt und den die Band selbst als Kaktus-Pop bezeichnet (vermutlich weil er so stachelt) dürften für einen der positiv wildesten Auftritte des Tages sorgen.
<b>Mi, 18.9., 00:15, Molotow (Club): RUM JUNGLE</b>
Rum Jungle lassen es zum Ausklang des Mittwochs an gleicher Stelle etwas entspannter, aber nicht weniger mitreißend angehen. Die Australier packen ihren Koffer und bringen einen Sound zwischen Surfrock und Alternative Pop mit und changieren zwischen faszinierender Introspektive und einehmender Feierlaune mit genau der lässigen Attitude die man von einer Band aus Down Under auch erwarten darf.
<b>Do, 19.9., 23:15, Kaiserkeller: ISAAC ROUX</b>
Wer auf höchst stilvollen, intim arrangierten Songwriter Pop steht, kommt am Donnerstagabend an Isaac Roux nicht vorbei. Wobei man hier nicht nur auf warmherziges, zartfühlendes Balladenwerk trifft, sondern durchaus auf eine stilistisch breit gefächerte Klangpalette. Gelernt hat Isaac Roux übrigens von einem der besten: Nach seinem Studium am Liverpool Institute for Performing Arts konnte er mit niemand geringerem als Paul McCartney an seinen ersten Songs arbeiten. Da darf man gespannt sein.
<b>Fr, 20.9., 20:15, Molotow (Backyard): LEOCARDO DINAPRIO</b>
Die Neue Neue Deutsche Welle, die von einem gewissen Edwin Rosen, der aus dem Festivalsommer hierzulande schon gar nicht mehr wegzudenken ist, zieht weiterhin eine völlig unüberblickbare Zahl an stilistisch hochwertigen Vertretern dieser Zunft nach sich. Mal düsterer und mal poppiger ist es doch erstaunlich, wie lange dieser verhallte, wavvige Indie Sound spannend bleibt. Im Fall von Leocardo DiNaprio beispielsweise sollte man dringend über den Künstlernamen aus der Wortspielhölle hinweg sehen und sich am Freitagabend im Molotow Backyard einfinden. Allein Songs wie „Regen“ sind es mehr als wert diesem Jungen ein Ohr zu schenken.
<b>Fr, 20.9., 21:00, Festival Village: MARLO GROSSHARDT</b>
Zeitlich wird es eng, aber auch Marlo Grosshardt muss man gesehen haben, auch wenn der Weg vom Molotow bis zum Festival Village sicher nicht der kürzeste ist. Der Hamburger verpackt seine Gedanken, nicht selten sind diese höchst sozial- und kulturkritisch, in gestochen scharfe Lyrik, dargeboten in taumelden Indie-Folk-Pop mit Bläsern und überraschend viel Dramatik. Mit „Oma“ hat er jüngst einen sehr intensiven Kommentar zur Wahl in Thüringen und Sachsen veröffentlicht, „Christian Lindner“ ist eine ganz wunderbare Pop-Hymne und zu „Ich tanze Rumba mit deiner Mom“ in bester Faber-Manier lässt sich ganz ausgezeichnet schwelgen.
<b>Fr, 20.9., 21:50, Mojo Club: KING HANNAH</b>
King Hannah sind gar nicht mehr so der ganz große Geheimtipp, aber immer noch kennen dieses Duo einfach viel zu wenige Menschen. Vielleicht ist ihre Show am Freitagabend im Mojo eine der letzten Gelegenheiten, King Hannah zu sehen bevor ihr Name in aller Munde ist. Zwischen Slowcore, Psychedelic- und Alternative Rock, zwischen PJ Harvey und Mazzy Star, findet sich so viel Größe, dass man vor Staunen den Mund nicht mehr zubekommt. Zwingend, intensiv und hoch versiert: Diesem Sound kann man mit Haut und Haaren verfallen.
<b>Fr, 20.9., 22:50, Molotow (Club): LATE NIGHT DRIVE HOME</b>
Late Night Drive Home (allein der Bandname zwingt einen schon sich die anzusehen) beschwören zu einem späteren Zeitpunkt den Geist des Indie Rock der frühen 00er, die Strokes und ihr damals stilbildender Garage Sound haben da definitiv Pate gestanden, auch an die großartigen Car Seat Headrest erinnert dieses Texaner Quartett. Neben der Slacker-Attitüde wohnt in den Songs dieser Band aber auch eine nicht zu leugnende Melancholie. Diese Songs sind wirklich wie gemalt für, na ja, einen Late Night Drive Home eben.
<b>Sa, 21.9., 22:35, Molotow (Club): ENDLESS WELLNESS</b>
Wer sich viel auf Festivals herumtreibt, für den sind Endless Wellness aus Wien natürlich auch kein unbeschriebenes Blatt mehr. Dieses vierblättrige Kleeblatt gehört aber definitiv zu den aufregendsten Exporten unseres Nachbarlandes in der jüngsten Zeit. Man begnügt sich hier nicht mit einer Spielart des Indie Rock sondern wirft mit Elementen aus der NNDW, Lo Fi Rock oder tanzfähigem Pop einfach alles in den Mixer was Spaß macht. Und so machen auch Endless Wellness ungeheuren Spaß – egal wie oft man ihnen schon zugesehen hat.
<b>Sa, 21.9., 23:30, Docks: KIASMOS</b>
Ein würdiger Abschluss für ein so herausforderndes Wochenende? Wie gemalt für Kiasmos. Das Duo, bestehend aus unserem größten Contemporary-Liebling Olafur Arnalds und dem färöischen Elektronik-Artisten Janus Rasmussen ist neun Jahre nach Veröffentlichung seines Debüts wieder am Start und betört durch die unwiderstehliche Mixtur aus Minimal Techno und sanft fließenden, neoklassizistischen Arrangements. Das ist so filigran und wunderschön, dass Tanzen und Schwelgen hier Hand in Hand gehen. Den Füßen also noch einmal alles abverlangen oder sich in purem Wohlklang Richtung Festivalende träumen – bei Kiasmos im Docks wird beides zelebriert werden können.

<i>Text: Kristof Beuthner</i>
<i>Foto: Christian Hedel</i>]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 19:09:26 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Offiziell Herzensangelegenheit: Preview aufs Orange Blossom Special 2024</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/offiziell-herzensangelegenheit-preview-aufs-orange-blossom-special-2024.html</link>
			<description>Die Tage werden länger. Und wärmer. Die Herzen werden weiter. Und ebenfalls wärmer. Es wird Zeit, sich selbige endlich wieder mit dem Schönsten der Welt zu vertreiben: Musik. Vor der Bühne, auf der Bühne. Mittendrin im wundervollen Trubel eines neuen Festivalsommers. Welche Herzensangelegenheit könnte zu Beginn schöner sein als das Orange Blossom Special, das nun endlich auch seine bestmögliche Beschreibung im Jahresmotto trägt?</description>
			<content:encoded><![CDATA[Egal wen rund um die Glitterhouse-Crew ich dieser Tage spreche, egal welche langjährigen Weggefährten ich nach ihrer Gefühlslage frage, die Antwort ist die gleiche: Das Pfingstwochenende in Beverungen erleuchtet das Mindset wie eine aufgehende Sonne, die den noch schwach nachtgrauen Himmel langsam aber stetig glutrot färbt. Das Einbiegen in den Grünen Weg, die in weiser Voraussicht einer abermals seelenstreichelnden Zeit bereits früh gen Glitterhouse-Villa pilgernden Menschen, das satte Grün des Weserberglands als Kulisse für den sich rasch füllenden Zeltplatz am Fluss: Das sind Bilder, die für manche seit langer, für andere seit weniger langer Zeit Zuhause und Familie bedeuten. Ein zweites Zuhause, eine zweite Familie. Vielleicht sogar Ersatz für beides, so pathetisch das immer wieder klingen mag. Und auch ohne Pathos: Wer schon mal beim Orange Blossom Special Festival zu Gast war, wird sich mindestens auf den Begriff einigen können, der in diesem Jahr (endlich!?) Motto des 2024er Pfingstwochenendes ist: Herzensangelegenheit.
Nicht mehr und nicht weniger ist es. Das Wiedersehen mit Freunden, die man zum Teil nur einmal im Jahr (und zwar hier!) trifft; der Spirit von Freundschaft und Liebe für die liebgewonnene Sache, die sich von Crew und Staff lückenlos auf die Menschen vor der Bühne überträgt, das wieder einmal liebevoll kuratierte Lineup: All das verspricht drei Tage Auftanken für die Bereiche des Herzens, die seit Pfingsten 2023 durch die Widrigkeiten der Welt ausgezehrt wurden. Aufladen an dem Zusammensein, das so ausnahmslos ohne „doofe Menschen, die irgendjemandem den Tag kaputt machen“ auskommt, wie es aus den Reihen der Tiny Wolves kürzlich so treffend zusammengefasst wurde. Für manche das Gefühl, wenigstens hier, an diesem Ort, akzeptiert und genau richtig zu sein. Ach, das Pathos, da ist es wieder, aber was stimmt, stimmt nun mal.
Voller Highlights und Preziosen steckt das Lineup in diesem Jahr, vielleicht ist es das beste seit immer. Besonders sehnlich erwartet wird etwa die Rückkehr von <b>The Slow Show</b> am Sonntagabend, die 2015 zu gleicher Zeit an selber Stelle mit ihrem hochemotionalen Sakral-Slow-Indiepop für einen der größten OBS-Momente der Geschichte sorgten. Aber auch die Shows von den Indie-Helden <b>Muff Potter</b>, dem wundervollen Americana-Trio <b>William The Conqueror</b> oder die schmerzerfüllte Intensität der dänisch-färöischen Sängerin <b>Brimheim</b> haben vollstes Potenzial, sich nachhaltig als leuchtende Kerzenflamme im inneren Wohnzimmer der Konzert-Hall of Fame zu manifestieren.
Wie stark das 2023er-OBS noch nachstrahlt sieht man daran, dass Ivan Carvalho aka <b>Afrodiziac</b>, der mit seinem unbeschreiblich spektakulären Rocksound im vergangenen Jahr der große Gewinner der Minibühne war, 2024 sein schnelles Comeback auf der „großen Bühne“ feiert. Oder dass <b>Loki</b>, dieses wunderbare, an kleinen Hymnen so reiche Folk-Indiepop-Oktett, das 2023 spontan für Malva einsprang und die Herzen im Sturm nahm, die Chance bekommt, dass die Menschen sich nun auch wirklich so richtig auf sie freuen dürfen. Und <b>Malva</b> selbst bekommt sozusagen ihre zweite Chance, herrlicherweise am gleichen Tag wie Loki, was in der Social Media von beiden bereits herzenswarm angemerkt wurde. Aus den vergangenen OBS-Jahren gibt es ein Wiedersehen mit dem Power-Grunge von <b>Iedereen</b>, die inzwischen zur labeleigenen Bandflotte gehören, oder den finnischen <b>The Holy</b> mit ihrem unwiderstehlich bombastischen Postpunk. Sönke Torpus alias <b>Low Key Orchestra</b> war bereits mit Torpus &amp; The Art Director und als Teil der OVE-Band in Beverungen zu Gast, Tom Allan von <b>False Lefty</b> kennt man als eine Hälfte von Tom Allan &amp; The Strangest. Und die allerechten <b>Schreng Schreng &amp; La La</b> sind in Person von Jörkk Mechenbier (Trixsi, Love A) und Lasse Paulus sowieso Dauergast im Glitterhouse-Garten.
Dringend auf der Rechnung haben sollte man auch die Holländer von <b>YIN YIN</b>, die aus südostasiatischen Sounds und treibendem Psychedelic-Disco-Sound einen unheimlichen Sog kreieren (selbst getestet, hohe Dringlichkeit!) und <b>Gorilla Club</b>, die zwar vor allem als Band für „die Kleinen“ gebucht sind, aber dass man sich da ja nicht täuscht: Immerhin steckt die Kölner Indie-Institution <b>Locas in Love</b> hinter dem Projekt, und diese „Kinderlieder“ sind so unverkennbar Locas-Songs mit kindgerechten Texten, dass man sich ihrem Charme nicht entziehen kann. Da wünscht man sich sehr, dass Stefanie Schrank, Björn Sonnenberg und Co mit ihrer „Hauptband“ am Sonntag den obligatorischen Surprise Act stellen, denn diese Wundertüte, die die OBS-Crowd am letzten Festivaltag den Holy Ground bereits um 11:30 füllen lässt wie zum abendlichen Headliner, ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Und wer das gelesene Wort goutiert, dem sei wärmstens die Lesung des großartigen <b>Dirk Gieselmann</b> ans Herz gelegt, der sein aktuelles Werk „Pearl Jam, oder: Du sollst keine gute Laune haben“ vorstellt. Das ist höchst unterhaltsam, schaut euch das an!
Auch wenn ich nicht auf jeden einzelnen der weiteren Namen eingehe um diese Vorschau nicht auf Review-Niveau aufzublasen: Sie alle sind sehenswert. Ob <b>Lucy Kruger &amp; The Lost Boys</b>, <b>Gurriers</b>, <b>Hotwax</b>, <b>Marlo Grosshardt</b> oder <b>Stina Holmquist</b>: All killer, no filler. Wann ich an diesem Wochenende mal was essen soll, ist mir Stand jetzt noch ein Rätsel.
Überraschenderweise gibt es sogar noch Tickets fürs Orange Blossom Special 2024, ihr könnt sie über das Höme-Magazin bestellen und euch ausdrucken, und wie im letzten Jahr stehen auch wieder die sogenannten „Sozial-Tickets“, finanziert durch einen Soli-Topf generöser Besteller*innen, zu ordentlich vergünstigten Preisen zur Verfügung, was eine tolle Geschichte ist. Am Wochenende selbst wird es dann aller Voraussicht nach auch für jeden der drei Festivaltage Tagestickets an der Kasse geben.
Es bleibt nichts mehr zu sagen, es bleibt sich nur zu freuen. Auf eines der besten Wochenenden im ganzen Jahr und all die Dinge, die das mit sich bringt.
Ich habe Lust auf Mini-Calzone.
<b>Timetable:</b>
<b>Freitag, 17. Mai:</b>
16:30 – 17:20 <b>Mina Richman</b><br /> 17:45 – 18:40 <b>Hotwax</b><br /> 18:40 – 19:05 <b>Stina Holmquist</b> <i>(Minibühne)</i><br /> 19:15 – 20:15 <b>YIN YIN</b><br /> 20:15 – 20:40 <b>Stina Holmquist</b> <i>(Minibühne)</i><br /> 20:45 – 22:05 <b>Muff Potter</b><br /> 22:40 – 23:50 <b>Lucy Kruger &amp; The Lost Boys</b>
Walking Act: <b>Low Key Orchestra</b>
<b>Samstag, 18. Mai:</b>
11:30 – 12:20 <b>Malva</b><br /> 12:45 – 13:45 <b>ZAHN</b><br /> 13:30 – 14:15 <b>Dirk Gieselmann</b> <i>(Lesung, Lesebühne)</i><br /> 13:45 – 14:10 <b>Gorilla Club</b> <i>(Minibühne)</i><br /> 14:15 – 15:15 <b>Annie Taylor</b><br /> 15:15 – 15:45 <b>Gorilla Club</b> <i>(Minibühne)</i><br /> 15:50 – 16:55 <b>Brimheim</b><br /> 17:25 – 18:35 <b>William The Conqueror</b><br /> 18:35 – 19:00 <b>False Lefty</b> <i>(Minibühne)</i><br /> 19:05 – 20:05 <b>Gurriers</b><br /> 20:05 – 20:35 <b>False Lefty</b> <i>(Minibühne)</i><br /> 20:45 – 21:55 <b>Catt</b><br /> 22:35 – 23:50 <b>The Holy</b>
Walking Act: <b>Schreng Schreng &amp; La La</b>
<b>Sonntag, 19. Mai:</b>
11:30 – 12:45 <b>Surprise Act</b><br /> 13:15 – 14:05 <b>Marlo Grosshardt</b><br /> 14:00 – 15:00 <b>Schreng Schreng &amp; La La</b> <i>(Lesung, Lesebühne)</i><br /> 14:30 – 15:30 <b>Afrodiziac</b><br /> 15:30 – 15:55 <b>Sylvan Weekends</b> <i>(Minibühne)</i><br /> 16:00 – 17:00 <b>Brockhoff</b><br /> 17:00 – 17:25 <b>Sylvan Weekends</b> <i>(Minibühne)</i><br /> 17:25 – 18:25 <b>Iedereen</b><br /> 19:10 – 20:20 <b>Loki</b><br /> 20:50 – 21:50 <b>Coach Party</b><br /> 22:35 – 23:50 <b>The Slow Show</b>
Walking Act: <b>Florry</b>

<i>Text: Kristof Beuthner</i>
<i>Foto: Dennis Schinner</i>]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Wed, 08 May 2024 17:20:02 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Die große Nillson-Reeperbahn Festival-Preview: Läuft, wenn’s so läuft!</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/die-grosse-nillson-reeperbahn-festival-preview-laeuft-wenns-so-laeuft.html</link>
			<description>Dass nach einem so vollen und reich gedeckten Festivalsommertisch noch Energie übrig ist, kann nur an einem liegen: Da kommt ja noch das Reeperbahn Festival! Hamburgs großes Branchentreffen bietet wieder über 700 Konzerte an vier Tagen – da wird man auch mit einer kleinen Laufplanempfehlung unsererseits definitiv nicht nur die Übersicht verlieren, es wird auch wieder ein grandioses Potpourri aus verpassten Gelegenheiten, wundervollen Begegnungen und überraschenden Entdeckungen. Kurzum: Die schönste Septemberzeit des Jahres.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Da wir mal davon ausgehen, dass unsere Leser*innen nicht unbedingt zur Delegation der Reeperbahn Festival Conference gehören und ihre Tage auf den vielen Panels, Podiumsdiskussionen und Receptions verbringen, sparen wir schon mal die Hälfte aller Möglichkeiten ein und fokussieren uns auf die Musik. Da gilt wie in jedem Jahr die Qual der Wahl. Zwischen Knust und St. Pauli Kirche liegen immerhin knapp 3 Kilometer, und die sind prall gefüllt mit Ablenkungen, Schnacks, dem einen Konzert das man eigentlich gar nicht sehen wollte, ohne das deine Freunde aber keinen guten Abend haben, Schlange stehen, Alternativkonzepte checken und essen muss man ja auch irgendwann mal.
Da empfiehlt es sich durchaus, die zugegeben reizvollen großen Namen des Festivals eher zu meiden sondern sich auf eine attraktive Entdeckungsreise zu begeben. Nennen wollen wir sie trotzdem: Soul-Queen <b>Arlo Parks</b> zum Beispiel, die Bremer Punk-Institution <b>Team Scheiße</b>, die nimmermüden Schweden von <b>The Hives</b> um Howlin‘ Pelle Almqvist, der dieses Jahr in der Jury des Musiktalentpreises ANCHOR sitzt, vor allem aber die Slowcore-Pioniere <b>Arab Strap</b> und die wundervollen <b>Pretenders</b> um die markante Stimme von Chrissie Hydne. Und auch um die Elbphilharmonie-Konzerte werden wir in diesem Jahr wohl eher einen Bogen machen. Zwar sind die Auftritte von u.a. <b>Altin Gün</b>, <b>JEREMIAS</b> oder <b>Matt Corby</b> in diesem Setting eine vielversprechende Angelegenheit, aber sie sind eben auch recht zeitaufwändig – was man in der Zwischenzeit alles verpasst, nicht auszudenken!
Die hiesige Indie-Szene ist übrigens in diesem Jahr auch wieder abseits aller noch unentdeckten Trampelpfade recht namhaft vertreten. Künstler*innen wie die wunderbare <b>Brockhoff</b>, die zügellosen DIY-Punks <b>Get Jealous</b> oder die derzeit vielgebuchten <b>ENNIO</b> oder <b>Mayberg</b> haben uns bereits durch den Sommer begleitet. Und so schön ein Wiedersehen und Aufleben lassen der erlebten Gefühle sicherlich auch ist: Für uns steht eher das Füllen einer Schatzkiste zur Debatte, mit denen dann eine Reunion im Festivalsommer 2024 umso feiner wird, denn vielleicht waren wir die ersten, die aufmerksam wurden. Für uns Indie-Nerds ein unbezahlbares Attribut, gebt’s ruhig zu.
Ob es mit unserer Laufplanempfehlung klappt, ist natürlich eine ganz andere Frage. Denn das schöne am Reeperbahn Festival ist ja immer auch das Wiedersehen mit alten Freunden und Weggefährten, das Festquatschen und das Stehenbleiben. Das muss man genießen können, und wie so oft im Leben, die Mischung machts. Wir freuen uns jedenfalls unbändig auf vier ereignisreiche Tage auf der Reeperbahn, viel neue Musik, viele warme Umarmungen und einen prall gefüllten Jutebeutel.
<b>Was wir empfehlen möchten:</b>
<b>Mittwoch, 20.9.:</b>
19:30, Knust: <b>Mar Malade</b><br /> Diesem Duo dürfte man durchaus auch schon vorher mal begegnet sein, bisher hatte es eher die Nachmittags-Slots auf unseren Lieblingsfestivals inne. Aber ein zweiter und genauerer Blick lohnt: Das ist lässig-sommerlicher Indiepop, der die Sonne im Herzen ganz hell strahlen lässt. Beautiful!
21:10, St. Pauli-Kirche: <b>Artur &amp; Vanessa</b><br /> Es reicht, die beiden Namen zu nennen, die hinter diesem Projekt stehen: Francesco Wilking und Moritz Krämer, our very own Indie Darlings, of Die höchste Eisenbahn, Crucchi Gang oder Tele-Fame und natürlich heißgeliebtem Solo-Output mit einem neuen Projekt, das die wunderbare Geschichte von Artur und Vanessa mit dem gewohnten Charme und ganz viel Liebe erzählt. Muss man sehen.
23:20, UWE: <b>Flawless Issues</b><br /> Schon lange ist die ganz neue neue deutsche Welle wieder ganz stark im Fokus, mit Edwin Rosen an der Spitze und tollen Bands wie Steintor Herrenchor oder eben Flawless Issues im Gefolge. Letztere singen aber auf Englisch, was sie dann doch wieder von den erstgenannten unterscheidet. Ein starker Trip in tiefste 80er Wave- und Postpunk-Gefilde, düster und wunderschön.
<b>Donnerstag, 21.10.:</b>
16:00, Molotow Club: <b>Tramhaus</b><br /> Wer die Holländer am Vorabend verpasst hat, bekommt mit etwas Glück beim obligatorischen Dutch Impact Showcase im Molotow eine nächste Gelegenheit. Auch hier regiert der Postpunk, allerdings noch etwas dringlicher und drängelnder als bei den deutschstämmigen Artverwandten.
19:45, Mojo: <b>Orbit</b><br /> Das wird fantastisch werden. Wenn man am Vorabend Flawless Issues den Vorzug gab, darf man Orbit einen Tag später im immer schönen Mojo Club aka The Batcave genießen. Filigraner Schlafzimmerpop ohne langweilig zu sein, nimmt an die Hand in die Gefühlswelt zwischen Schlaf und Wach, höchst faszinierend.
21:45, Sommersalon: <b>Another Sky</b><br /> Nicht nur die 80er feiern Revival, auch die 90er sind mal wieder stark vertreten. Hier Gott sei Dank eher mit Grunge und epischem Britpop als mit Eurodance und Gagapop. Vor allem die Foo Fighters lassen bei Another Sky schön grüßen: Beileibe nicht die allerschlechteste Referenz.
22:50, Molotow Club: <b>Paerish</b><br /> Zugegeben, da muss man rennen, aber die Franzosen von Paerish sind für mich das absolute Must See des Wochenendes. Da steckt so viel drin: Grunge, Emo, Shoegaze und eine nicht mal kleine Portion Pop. Das wird ein Arme ausbreiten und genießen wie bei einer Dredg-Reinkarnation auf Höhe von „Catch Without Arms“ – falls man im sicher rappelvollen Molotow Platz findet.
<b>Freitag, 22.9.:</b>
17:00, Molotow Backyard: <b>Flyying Colours</b><br /> Zum Aussie BBQ im Molotow lässt man sich freitags ja eh gerne blicken und kann sich eigentlich gut treiben lassen, aber wenn man Bands hervorheben möchte, sind die Flyying Colours aus Melbourne ein absolutes Muss. Dreampop, Shoegaze und Psychedelia vereinen sich zu einer faszinierenden Mixtur, betören und berühren. Wird toll. Nochmal abends um 23:40 in der SkyBar.
17:30, Molotow Club: <b>The Omnific</b><br /> Mal wieder eine gute spannende Prog- bzw. Postrock-Band gefällig? Dann bitte mal mit The Omnific probieren. Die nicht nur genretypisch ohne Vocals auskommen, sondern spannenderweise auch ohne Gitarren. Dafür haben sie zwei Bässe. Neugierig, wie das Trio auch noch Metal, Funk und Nintendocore in ihr Spektrum mit einfließen lässt? Ich schon!
18:00, Molotow Backyard: <b>Floodlights</b><br /> Den Aussie-Nachmittag runden Floodlights ab, bei denen man sich schon mal für den Abend in Form shaken kann. Zu 80s-referenziellem Garage Rock, mit dem man ja ohnehin nie irgendwas falsch machen kann und der hier in wirklich äußerst guter Qualität angeboten wird.
20:00, Headcrash: <b>Chalk</b><br /> Das traditionsreiche Headcrash und irischer Post Punk mit tiefer Düsternis und äußerster Dringlichkeit? Das passt wie die Faust aufs Auge. Auch dieses Genre wurde in den letzten Jahren reichlich gefüttert – dank Bands wie Chalk kriegen wir immer noch nicht genug davon.
21:40, St. Pauli-Kirche: <b>Angie McMahon</b><br /> Das wird wundervoll: Die großartige Angie McMahon wird ein Konzert in der St. Pauli-Kirche spielen, und wer die Dame aus Melbourne noch nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen. Wunderbar persönlicher Songwriter-Pop-Folk; könnte eines der Wochenend-Highlights werden.
23:55, Molotow Backyard: <b>Egyptian Blue</b><br /> Zum Abschluss geht es nochmal ins Molotow und zu Egyptian Blue. Es ist wieder Postpunk, etwas mehr angereichert mit Krautrock und Shoegaze als z.B. bei Chalk, aber auch wieder sehr treibend und faszinierend. Denn auch dank Bands wie Egyptian Blue kriegen wir immer noch nicht genug davon.
<b>Samstag, 23.9.:</b>
19:30, Indra: <b>William The Conqueror</b><br /> Gewohnheitsgemäß sind die Reserven am Samstag immer ziemlich erschöpft und man kann es beschaulich ausklingen lassen ohne an Qualität sparen zu müssen. Großartiger Country-Folk mit einnehmenden Indie-Pop-Elementen von William The Conqueror dürften eine gute Wahl sein.
21:30, St. Pauli-Kirche: <b>Bayuk</b><br /> Seit ich diesen Indiepop-Tausendsassa zum ersten Mal sah bin ich fasziniert von ihm. Das liegt an seiner Gemeinsamkeit mit Konstantin Gropper aka Get Well Soon, trotz ihrer riesigen Unterschiede. Aber beiden gelingen mit großer Qualitätsdichte feierlich-epische Indie-Hymnen mit äußerster musikalischer Versiertheit und hoher Faszination. In der Kirche? We’re on!
23:10, Resonanzraum: <b>Jean-Michel Blais</b><br /> Und dann zum Abschluss ein schönes Glas Rotwein und Neoklassik im Resonanzraum. Das hat Tradition, das schließt das Wochenende wundervoll ab. Celli, Klavier, cineastische Klangwelten: Augen schließen, wegträumen, Kopfkino einschalten.
Und dann wieder raus in die Nacht und mit den guten Menschen um einen herum die große Nachlese einläuten. Wir wünschen viel Erfolg und sehen uns da!

<i>Text: Kristof Beuthner</i>
<i>Foto: Florian Trykowski</i>]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Mon, 18 Sep 2023 19:20:27 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wunde Füße, volle Herzen: Nillson empfiehlt das Reeperbahn Festival 2019</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/wunde-fuesse-volle-herzen-nillson-empfiehlt-das-reeperbahn-festival-2019.html</link>
			<description>Das Reeperbahn Festival bittet ein weiteres Mal zum Tanz. Die Qual der Wahl haben, Freunde wiedersehen, Kaltgetränke trinken, das obligate Pfeffer-Schwein bei Schweinske, ganz legal „Helga!“ rufen dürfen und eine richtig gute Zeit haben: Alles gar nicht so einfach bei so vielen Möglichkeiten. Wir versuchen, ein wenig zu helfen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Dabei ist es in diesem Jahr schon allein ziemlich schwer, trotz des Überangebots an bands to watch zu all den tollen großen Namen Nein zu sagen, die sich rund um die Reeperbahn bis hinaus ans Planetarium, in der Elbphilharmonie und der wunderschönen St. Michaelis-Kirche versammeln, weil sie eingeladen wurden, uns unvergessliche Konzertmomente zu bescheren. Wenigstens bekommt man jeden Tag die Gelegenheit, sich den isländischen Pianisten <b>Olafur Arnalds</b> anzuschauen. Der beschert uns mit „Ekki Hugsa 360°“ nämlich ein audivisuelles Happening, das er exklusiv in Hamburgs Planetarium gleich an jedem Festivaltag von 18 Uhr bis 19 Uhr aufführt. Allein: Die Anfahrt mit der U-Bahn dauert schon 25 Minuten, das gleiche gilt natürlich für den Rückweg. Was man da alles verpasst! Man muss sich schon wirklich dafür entscheiden. Lohnen wird es sich sicher.<br /> <br /> Am Festivalmittwoch spielt die wunderbare Leslie <b>Feist </b>im Stage Operettenhaus, auch eine Location, die neu ist beim Reeperbahn Festival. Davor könnte man die britischen Grantler von den <b>Sleaford Mods</b> und Deutschlands vielleicht beste Liveband, die <b>Leoniden</b>, im Docks erleben, wobei letztere sogar zeitgleich spielen. Und auch die Girlpunk-Combo <b>Gurr</b> zählt inzwischen schon zu den größeren Namen in der hiesigen Indie-Szene. Wer bei dem Konzert im wirklich vergleichsweise kleinen Häkken dabei sein möchte, muss sich vermutlich früh anstellen. Etwas größer wird es einen Tag später im Knust - da könnte man sich aber auch zeitgleich davon überzeugen, dass der australische Surferboy-Songwriter <b>Dean Lewis</b> es tatsächlich vom Aussie BBQ im Molotow-Backyard vor zwei Jahren zum Big Player im Docks samt Radio-Airplay und reichlich guter Reputation gemausert hat.<br /> <br /> Freitag spielen die fantastischen <b>We Were Promised Jetpacks</b> im Uebel &amp; Gefährlich; ärgerlich nur, dass zeitgleich tatsächlich die grandiosen <b>Foals</b> im Docks spielen, was ja auch schon wieder eine richtig gute Gelegenheit bietet. Und am Samstag? Die Indie-Referenzband <b>Sebadoh</b> im Uebel &amp; Gefährlich oder die nach wie vor tolle Liveband <b>The Subways</b> in der Großen Freiheit 36? Beides wird nicht möglich sein, es sei denn, man hat die Fähigkeit, sich zu beamen. Selten wünscht man sich das so oft wie an diesem Wochenende.<br /> <br /> Dazu kommt, dass einem die zeitgenössische Klassikszene ganz schön viel (positives) Kopfzerbrechen bereiten wird, wenn man es (wie wir) mit ihr hält. Die Neue Meister Labelnacht im Resonanzraum am Freitag (es spielen das <b>Johannes Motschmann Trio</b>, der wirklich hörenswerte Pianist <b>Kai Schumacher</b> und mit <b>Robot Koch und Savannah Jo Lack nebst String Quartet</b> im Grunde ein echtes Must-See) ist ja eh schon Pflicht; dazu gesellen sich noch <b>Carlos Cipa</b> in der St. Pauli-Kirche, der mit „Retronyms“ gerade vielleicht das Contemporary-Album des Jahres veröffentlicht hat, dann <b>Sebastian Plano</b>, ein argentinischer Wahlberliner und Grenzgänger zwischen Cello und Klavier, außerdem der wirklich wundervolle <b>Lubomyr Melnyk</b>. Das <b>Echo Collective</b> performt am Mittwoch mit „12 Conversations With Thilo Heinzmann“ gleich ein ganzes Vollwerk vom verstorbenen und schmerzlich vermissten Johann Johannsson. Vom legendären <b>Penguin Café</b> im Michel ganz zu schweigen. Da muss man sich erstmal zurecht finden.<br /> <br /> Die Nachmittage vertreibt man sich am besten bei den vielen Showcases, die in kürzeren Slots ausgewählte Bands und Künstler entweder besonderer Labels oder sich präsentierender Länder vorstellen. Das Dutch Impact am Donnerstagnachmittag im kompletten Molotow ist dabei wie jedes Jahr ein absoluter Pflichttermin (unter anderem spielt dort <b>Jeangu Macrooy</b> unwiderstehlichen Soul, <b>Feng Suave</b> einen sehr entspannten Funk und die fantastischen <b>YIN YIN</b> einen in jeder Hinsicht entdeckenswerten Mix aus Elektronik, Funk, Jazz, Disco und südostasiatischen Soundelementen), genau wie das Aussie BBQ am Freitag (unter anderem mit discofiziertem Indierock von <b>Mid City</b>, fuzzy Dreampop von <b>Planet</b>, mitreißendem Rock von <b>Ali Barter</b> und Punk von <b>Press Club</b>, frisch zur Platte des Monats bei den Kollegen von VISIONS gewählt) und das PIAS BBQ am Samstag (nochmal <b>Ali Barter</b>, Soul von <b>Arlo Parks</b> und solider Indierock von <b>Squid</b>). Austrian Heartbeats, La Festa Italiana oder die Danish Music Night - auch die Auswahl an sehenswerten Showcases ist unermesslich und führt nicht selten zu wunderbaren Neuentdeckungen, wenn man sich entschließt, den Abend an nur einem Ort zu verbringen.<br /> <br /> Ja, man sollte sich eigentlich treiben lassen und den Fokus auf Neuentdeckungen richten, und nein, Stress und Hektik gehören eigentlich nicht auf ein Festivalwochenende. Ganz vermeiden lassen wird sich das nicht, aber: Wenn wir helfen können, tun wir das gerne. Mit elf Bands und Künstlern, die man dieses Jahr auf der Rechnung haben sollte und einem Laufplanvorschlag, der uns am vielversprechendsten erscheint. Ob das klappt? Dafür übernehmen wir natürlich keine Haftung!<br /> <br /> <b>Blanco Brown (USA)</b> - Hip Hop und Country, geht das zusammen? In diesem Fall schon, und es klingt ziemlich spannend. Hatte mit „Old Town Road“ in Zusammenarbeit mit Lil Nas X schon einen viralen Superhit inklusive Dance-Tutorial, ist wahnsinnig cool und bewahrt eine angenehme Erdung.<br /> (Mittwoch, 23.00, Thomas Read; Donnerstag, 20.00, Moondoo)<br /> <br /> <b>Bloxx (GB)</b> - Sehr spannender Mix aus Indiepop, Dreampop und Shoegaze, schon seit einigen Jahren ein Geheimtipp, wahnsinnige Hitdichte, Ohrwürmer en masse, straight to the Indiedisco Dancefloor. Äußerst kreativ, verträumt und verspielt, aber auf den Punkt präzise.<br /> (Mittwoch, 23.40, Nochtspeicher; Donnerstag, 23:35, Molotow/Backyard)<br /> <br /> <b>Alex Henry Foster (CND)</b> - Sänger von Your Favorite Enemies auf Solopfaden. Mit 30 Jahren schon eine heftige Vita zwischen Amnesty International, Mitglied in einer Gang und Sozialarbeit, musikalisch zwischen düsterem Songwriter-Folk und Spoken Word-Faszinosum. Aufregend!<br /> (Donnerstag, 11.00, Kukuun und 23.25, Angie’s Nightclub; Samstag, 14.10, Spielbude)<br /> <br /> <b>YIN YIN (NL) </b>- Aufregender Mix aus Disco, Funk, Psychedelic und Rock, angereichert mit Elementen der südostasiatischen Musik der 60er und 70er Jahre. Enorm tanzbar und mitreißend, entfaltet einen unwiderstehlichen Sog, unmöglich, dazu still zu stehen. Dringende Empfehlung!<br /> (Donnerstag, 16.30, Molotow/Club; Freitag, 23.40, Molotow/Skybar)<br /> <br /> <b>Black Country, New Road (GB)</b> - Absolutes Klangmonster zwischen Postrock, Jazz und Avantgarde, frenetische Vocals und Spoken-Word-Passagen, tiefdüster und hochemotional, filigran und präzise. Irgendwo zwischen Black Midi und Xiu Xiu. Ja, von denen wird man noch hören!<br /> (Donnerstag, 20.00, Molotow/Club)<br /> <br /> <b>Carlos Cipa (D)</b> - Hat mit „Retronyms“ das Contemporary-Album des Jahres veröffentlicht. Filigranes Klavierspiel trifft auf sehr durchdachtes Klangspektrum mit Gitarren und Bläsern, schließt Welten und Herzen auf, wahnsinnig suggestiv und hochpoetisch. Muss man gesehen haben!<br /> (Donnerstag, 21.20, St. Pauli Kirche)<br /> <br /> <b>Bror Gunnar Jansson (SE)</b> - Was für ein Typ. One Man Band, Sänger, Saxofonist, Drummer, Gitarrist - macht der alles selbst. Wahnsinniger Blues, unfassbar souverän und pointiert, düster und zwingend, ausdrucksstark bis dorthinaus. Muss man sehen um es zu glauben.<br /> (Donnerstag, 21.30, Pooca Bar; Samstag, 15.10, N-Joy Reeperbus)<br /> <br /> <b>Junk-E-Cat (D)</b> - Wenn Elektronik, dann bitte so. Spielt normalerweise guerilla-mäßig auf einem umgebauten Feuerwehrauto. Nur echt mit Bauta-Maske und schwarzem Onesie. Live-Electronics treffen Live-Bläser; sehr lässige technoide Vibes mit jazzigem Flair. Schlicht brillant!<br /> (Freitag, 16.15, Häkken)<br /> <br /> <b>Rýk (DK)</b> - Aalborgs (noch) bestgehütetes Geheimnis. Wird Appetit auf die bald erscheinende erste EP machen: Indie, Psychedelic, Post Punk und Shoegaze verweben sich bei Rýk zu einem brodelnden, druckvollen, hochspannenden Ganzen. Das wird riesengroß in der kleinen Pooca Bar!<br /> (Freitag, 23.20, Pooca Bar)<br /> <br /> <b>Rebecca Lou (DK)</b> - Auch die geschätzten VISIONS-Kollegen finden, dass man diese Band auf dem Zettel haben muss. Kompromissloser Punk’n’Roll, massiv und fordernd, kraftvoll und energetisch. Das Debüt „Bleed“ könnte eine der Platten des Jahres sein. Sollte man auf dem Plan haben!<br /> (Samstag, 21.15, Indra)<br /> <br /> <b>Sebastian Plano (ARG)</b> - Wahnsinniger Typ. Spielt Cello und Klavier quasi gleichzeitig mithilfe einer Loop Station. Glaubt man erst, wenn man es sieht. Cineastisch, suggestiv, seit neuestem mit elektronischen Verzierungen geschmückt. Faszinierend und wunderschön.<br /> (Samstag, 19.40, St. Pauli-Kirche)<br /> <br /> Als Laufplan-Empfehlung schaut das Ganze so aus:<br /> <br /> <b>Mittwoch, 18.9.2019</b><br /> <br /> 18.00 - 19.00, Planetarium: <b>Olafur Arnalds - Ekki Hugsa 360°</b> (Neoklassik, Ambient, Happening)<br /> 20.00 - 20.40, St. Pauli Museum: <b>The Bland</b> (Country, Pop)<br /> 21.10 - 21.50, St. Pauli Museum: <b>BRTHR</b> (Indie, Folk, Americana)<br /> 21.45 - 22.10, Bahnhof Pauli: <b>Echo Collective</b> (Neoklassik, Ambient)<br /> 23.00 - 23.30, Thomas Read: <b>Blanco Brown</b> (HipHop, Country, sehr cool)<br /> 23.40 - 00.20, Nochtspeicher: <b>Bloxx</b> (Indiepop, Dreampop, Shoegaze, Hitmaschine!)<br /> oder<br /> 00.00 - 00.40, Sommersalon: <b>Roast Apple</b> (Indiepop, sommerlich und sehr lässig)<br /> <br /> <b>Donnerstag, 19.9.2019</b><br /> <br /> 11.00 - 11.30, Kukuun: <b>Alex Henry Foster</b> (Singer/Songwriter, düster und grandios)<br /> 14.30 - 15.00, Molotow/Club: <b>Jeangu Macrooy</b> (Soul, sehr cool)<br /> 15.30 - 16.00, Molotow/Club: <b>Feng Suave</b> (Soul, sehr lässig und entspannt)<br /> 16.30 - 17.00, Molotow/Club: <b>YIN YIN</b> (Disco, Funk, Psychedelic meets Südostasien)<br /> 18.00 - 18.35, Thomas Read: <b>Platon Karataev</b> (Folk, Indiepop, sehr schön - aus Ungarn!)<br /> 19.40 - 20.40, Uebel &amp; Gefährlich: <b>Say Yes Dog</b> (Elektropop, sehr klasse)<br /> oder<br /> 20.00 - 20.40, Molotow/Club: <b>Black Country, New Road</b> (Jazz, Postpunk, wahnsinnig gut)<br /> 21.20 - 22.20, St. Pauli Kirche: <b>Carlos Cipa</b> (Neoklassik, Pflichttermin!)<br /> oder<br /> 21.30 - 22.00, Pooca Bar: <b>Bror Gunnar Jansson</b> (Blues, Rock, One-Man-Show, Alleskönner)<br /> 23.00 - 00.00, Häkken: <b>Press Club</b> (Punk, Indierock, zwingend!)<br /> 00.20 - 01.00, Nochtspeicher: <b>Von Spar</b> (Legenden: Kraut, Elektronik, Indie, Avantgarde)<br /> <br /> <b>Freitag, 20.9.2019</b><br /> <br /> 11.00 - 11.30, Kukuun: <b>Devarrow</b> (Folk, Singer/Songwriter)<br /> 12.30 - 13.00, Molotow/Backyard: <b>Mid City</b> (Indierock, discofiziert)<br /> 13.00 - 13.30, Molotow/Club: <b>Press Club</b> (nochmal in kleinem Rahmen, s.o.!)<br /> 14.00 - 14.30, Molotow/Club: <b>The Stroppies</b> (Indie, Folk, 60s)<br /> 15.00 - 15.30, Molotow/Club: <b>Ali Barter</b> (Pop, Indierock, stark!)<br /> 16.15 - 17.00, Häkken: <b>Junk-E-Cat</b> (Elektronik meets Jazz und Bläser, super!)<br /> 20.00 - 20.40, St. Pauli Museum: <b>Blaue Blume</b> (Indie, Postrock, Shoegaze)<br /> 21.40 - 22.20, Resonanzraum: <b>Kai Schumacher </b>(Neoklassik, Pianist, großartig!)<br /> 22.50 - 00.00, Uebel &amp; Gefährlich: <b>We Were Promised Jetpacks</b> (Indierock, Postpunk)<br /> oder<br /> 23.20 - 00.00, Pooca Bar: <b>Rýk</b> (Indie, Shoegaze, Entdeckung!)<br /> <br /> <b>Samstag, 21.9.2019</b><br /> <br /> 14.10 - 14.30, Spielbude: <b>Alex Henry Foster</b> (Singer/Songwriter, gerne nochmal!)<br /> 15.00 - 15.30, Molotow/Backyard: <b>Ali Barter</b> (doppelt hält besser!)<br /> 16.00 - 16.30, Molotow/Backyard: <b>Arlo Parks</b> (Soul, super!)<br /> 19.00 - 19.30, Resonanzraum: <b>Ensemble Resonanz</b> (Neoklassik, Ambient)<br /> 19.40 - 20.40, St. Pauli Kirche: <b>Sebastian Plano</b> (Contemporary, grandios!)<br /> 21.15 - 22.00, Indra: <b>Rebecca Lou</b> (Indierock, sehr stark)<br /> 23.30 - 00.15, Resonanzraum: <b>Kaiser Quartet</b> (Neoklassik, perfekter Ausklang)<br /> <br /> <br /><br /> <i>Text: Kristof Beuthner<br /> </i><br /> ]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Fri, 13 Sep 2019 17:25:22 +0200</pubDate>
			
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			<title>Aufregend und neu: Nillson empfiehlt die &quot;Pop-Kultur&quot; 2019.</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/aufregend-und-neu-nillson-empfiehlt-die-pop-kultur-2019.html</link>
			<description>3 Tage, rund 60 Konzerte, dazu DJ-Sets, Talks und Filme – die 5. &quot;Pop-Kultur&quot; steht vor der Tür. Das Festival ist auch in diesem Jahr mehr als die Summe seiner Teile und setzt Zeichen in den Bereichen Inklusion und Gendergerechtigkeit. &quot;Pop-Kultur macht vor, wie ein barrierefreies Festival funktioniert.&quot;, so der Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa Dr. Klaus Lederer, dessen Senatsverwaltung das Festival aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) fördert.  </description>
			<content:encoded><![CDATA[2015 als Nachfolgerin der Berlin Music Week entstanden, hat die &quot;Pop-Kultur&quot; mit Umwegen über das Berghain und den Stadtteil Neukölln seit 2017 in der Kulturbrauerei ihr Zuhause gefunden und sich als diverses, internationales und aktivistisches Festival etabliert. Der Standort in Prenzlauer Berg funktioniert dabei außerordentlich gut und besticht durch kurze Wege zwischen den tollen dort ansässigen Einrichtungen, wie zum Beispiel dem RambaZamba Theater oder dem Haus für Poesie. ]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Tue, 20 Aug 2019 08:17:30 +0200</pubDate>
			
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			<title>Eins werden mit einem Festival: Nillson empfiehlt das Appletree Garden 2019</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/eins-werden-mit-einem-festival-nillson-empfiehlt-das-appletree-garden-2019.html</link>
			<description>In einer Woche ist es soweit; dann öffnet das Appletree Garden Festival in Diepholz wieder vom 1.8. bis zum 3.8. die Tore zu einer von wunderbaren Tönen untermalten Märchenwelt, einem herrlichen Wochenend-Eskapismus, der uns ein weiteres Mal glücklich zurücklassen wird, so viel ist jetzt schon sicher.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach so vielen Jahren Appletree haben wir tatsächlich schon eine ganze Menge zusammen erlebt, zwischen Matsch, Superhitze, Tränen, Liebe und Abriss war schon alles dabei. Wir waren da, als das Festival noch klein war und Omas ganzer Stolz und The Unfuzzbarn die damals noch einzige Bühne an den nur zwei Festivaltagen eröffneten und The Robocop Kraus als Headliner auftraten. Lang, lang ist’s her. Inzwischen ist das Appletree Garden eine der Top-Adressen des Festivalsommers; hat sich über die Jahre durch ein exquisites Booking, vor allem aber durch eine wirklich unvergleichliche Atmosphäre so sehr in den Fokus der Festivalszene dieses Landes gespielt, dass die Menschen gerne von weit her kommen und es nicht mehr länger nur eine Pflichtveranstaltung für die geschmackssicheren Studis aus Vechta, Osnabrück und Oldenburg ist.<br /> <br /> Vor allem in den letzten Jahren haben sich die Appletree-Macher klanglich immer noch ein wenig weiter geöffnet, bieten inzwischen Bands mit traditionellen südosteuropäischen, asiatischen und afrikanischen Klangwurzeln, die sie mit westlichen Sounds aus Rock, Funk, Elektronik oder Psychedelik speisen, eine Bühne. Nachts spielen DJs, es gibt Lesungen und ein Performance-Programm, und sowieso spielt die Kunst eine große Rolle; das wunderbare Gelände erstrahlt wenn es dunkel wird unter hunderten bunten Lichtern und Lampions, in den Bäumen auf der Lichtung im Bürgerpark hängen Kunstinstallationen, auf dem Spielplatz hängt eine Slackline zwischen den Bäumen und Diabolos, Hula Hoop-Reifen und andere Jonglier-Accessoires liegen wie selbstverständlich bereit. Das Appletree Garden kann ein tolles Musikwochenende sein, es ist aber vor allem inzwischen auch eine Zeitmaschine in glücklich-schwelgerische Kinderzeiten, ein Trip in eine liebevoll künstliche Fantasiewelt und gleichzeitig ein Appell an den wachen Geist - und die Leute kommen hierfür, nehmen es an, bringen sich ein und machen sich selbst zu einem unverzichtbaren Teil des Ganzen, der und das erste Augustwochenende im Jahr mit dem Vielfarb-Buntstift im Kalender einkreisen lässt.<br /> <br /> Inzwischen gibt es fünf Spielorte, an denen Dinge passieren, ganz unterschiedlicher Natur: Während man auf der Hauptbühne die größeren Namen im Lineup finden kann, sind gerade die Acts auf der kleineren Waldbühne die, die man sich merken muss, weil sie häufig auf dem Sprung sind und in den nächsten Jahren auf noch viel größeren Stages der Festivalszene zu finden sein werden. Im Spiegelzelt, bei Hitze draußen wie im letzten Jahr ein Glutofen (aber worth it!), werden denkwürdige Konzertmomente geschaffen und auf Markt- und Spielplatz gibt es Performance, Zirkus, Zauberkunst und DJs für die frühen Morgenstunden. Da bleiben Spielplan-Überschneidungen natürlich inzwischen nicht mehr aus, aber das macht nichts, weil das Treibenlassen und Innehalten unter den schattenspendenden Bäumen ein wesentlicher Bestandteil eines perfekten Festivalwochenendes in Diepholz ist.<br /> <br /> Der Blick aufs Lineup lässt im Vergleich zu den letzten Jahren die großen Namen ein wenig vermissen. Acts wie Metronomy, Olli Schulz, Bilderbuch, Dendemann, The Notwist oder Whomadewho findet man 2019 nicht. Ganz ausdrücklich: Das macht nichts. Denn das Booking-Team hat sein Aufgebot konsequent und sinnvoll zusammengestellt; die vorderste Front übernehmen in diesem Jahr <b>Franc Moody</b> mit einem unglaublich funky Discotronic, der den tanzfreudigen Appletree-Menschen wunderbar in die Karten spielen wird, am Donnerstag; am Freitag sind es mit <b>Bonaparte</b> und <b>Käptn Peng und die Tentakel von Delphi</b> zwei überaus gern gesehene Wiederholungstäter zwischen Hits und Abriss, während auf der Waldbühne <b>Hundreds</b> (ebenfalls gerne wiedergesehen, schon zum dritten Mal hier und inzwischen ein über sich hinaus wachsendes Ereignis) und <b>Tamino</b> (immerhin Best New Artist beim letztjährigen Reeperbahn Festival) für grandiose Momente sorgen werden; und am Samstag hat man mit <b>Kate Tempest</b> (noch eine Appletree-Wiederholungstäterin) eine der derzeit wichtigsten Figuren im Pop zurückgeholt, werden <b>MEUTE</b> die Lichtung mit satten Bläsern und live gespielter Elektronik alles zusammenstampfen, und <b>Balthazar</b> (es ist ein wenig das Jahr der Appletree-erfahrenen Crowdpleaser) ein wunderschönes Konzert auf der Waldbühne spielen, bevor zum Abschluss des Festivals <b>Cari Cari</b> (waren auch letztes Jahr schon da, spielten aber viel zu früh) endlich die spätabendliche Aufmerksamkeit kriegen werden, die sie verdient haben.<br /> <br /> Mehr denn je lohnt sich aber in diesem Jahr der Blick in die „zweite Reihe“. Gerade im Spiegelzelt wird es denkwürdige Konzerte zu sehen geben; die Leute mit den Wasserzerstäubern können sich schon mal ihre Sprühflasche an den Gürtel hängen. Am Donnerstag wird man dort nämlich unter anderem <b>YIN YIN</b> zu sehen bekommen, eine niederländische Band, und genau wie die im letzten Jahr noch recht unbekannten, aber inzwischen umso fulminanter gefeierten Altin Gün aus dem Hause Bongo Joe. Das scheint eine Goldschmiede für extravagante Sounds zu sein: Wo Altin Gün türkische Folklore und traditionelle Klänge kongenial mit Psychedelic, Funk und Rock anreicherten, machen YIN YIN das gleiche mit Elementen aus der südostasiatischen Musik der 60er und 70er, bleiben dabei aber rein instrumental. Ja, man könnte durchaus gemein sein und behaupten, hier werde das gleiche Rezept in anderer Darbietung gekocht, aber diese Jungs muss man live sehen, das wird uns einsaugen und nicht mehr loslassen; definitiv ein Highlight des Wochenendes. Im Herbst spielen YIN YIN beim Reeperbahn Festival einige Showcases, danach wird man sie durch die Decke gehen sehen.<br /> <br /> Ebenfalls mit Freude erwarten wir den Auftritt der niederländisch-neuseeländischen Band <b>My Baby </b>am Samstag, die uns seit ihrer Show beim Orange Blossom Special vor zwei Jahren nicht mehr loslassen: Ein pulsierend-brodelnder Mix aus technoidem Voodoo-Vibe, Folk und Funk, der einen trancehaften Sog entwickelt. Eigentlich zu schade für die kleine Zeltbühne, aber ein dickes Ausrufezeichen im Timetable. Da kann man nach <b>Barns Courtney</b> gleich dort stehen bleiben, dessen leidenschaftlichen Indiepop sollte man nämlich auch nicht verpassen, das wird Spaß machen. Und weil nach My Baby ein DJ-Set von <b>O/Y</b> wartet, entfernt man sich am besten gar nicht weit vom Spiegelzelt, auch wenn die Qual der Wahl natürlich groß ist, aber die deep-melancholischen Sounds, die der Berliner live zu einem gleichzeitig sehr tanzbaren, aber auch andächtig schwelgerischen Mix verarbeitet, ist nahezu der perfekte Appletree-Ausglang.<br /> <br /> Für noch etwas mehr Öffnung in neue Klangwelten sorgen <b>Tshegue</b>, das Bandprojekt der Kongolesin Faty Sy Savanet, mit einem faszinierenden Mix aus Afrobeat, Punk, Tribal und Garage; im Timetable praktischerweise direkt gefolgt von <b>Ibeyi</b>, die inzwischen gar nicht mehr ganz so unbekannt sind und sogar schon mit Kamasi Washington kollaborierten. Da treffen sich Elemente aus afrikanischer und kubanischer Musik mit Jazz und Soul und genau der richtigen Portion Pop, das wird toll. Und auch <b>Shkoon</b> sollte man am Freitag auf dem Schirm haben, natürlich im Zelt, denn da treffen arabische Melodien auf Housebeats mit Live Percussion, sehr tanzbar, sehr relaxt, sehr einnehmend.<br /> <br /> Zu den bekannteren Namen im Lineup zählen auch <b>Fil Bo Riva</b>, die schon lange nicht mehr klingen wie ein Henning May-Double, sondern ihrem ursprünglich Folk-nahen Sound inzwischen einen schönen Glam-Touch verpasst haben; die <b>Giant Rooks</b> sollten inzwischen eigentlich jedem bekannt sein, darum weiß man auch, dass das immer tolle Konzerte sind; <b>Whitney</b> sind der heiße Scheiß wenn man groovy Indiepop mag und den Sommer liebt; Fabian Altstötter kennt man noch von Sizarr, sein neues Alter Ego <b>Jungstötter</b> haben wir in Verbindung mit Rotwein, Kamin und Sessel im Winter sehr lieben gelernt; das wird fein werden. Und persönlich freue ich mich auch auf ein Wiedersehen (schon wieder eins!) mit <b>Say Yes Dog</b>, die vor einigen Jahren nachts nach der letzten Hauptbühnen-Band noch austanzen durften und einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.<br /> <br /> Ja, das Appletree Garden weiß, mit wem es verbunden ist, und so darf auch der ewige <b>Dirk Gieselmann </b>wieder vorlesen darf, Geschichten aus der Jugend, so vergänglich wie prägnant. <b>Stefanie Sargnagel </b>gilt als wichtigste österreichische Autorin des 21. Jahrhunderts und schreibt über die Unzulänglichkeiten des Lebens; <b>Paul Bokowski </b>erzählt auf ähnlich irriwitzige Weise über die Tücken des Alltags. Und mit <b>Maxi Gstettenbauer</b> gibt es klasse Stand Up-Comedy. Das Zirkusprogramm wird angeführt von <b>The Great Granny Show</b>, und <b>Ernesto Lucas </b>wird uns zeigen, wie wir richtig jonglieren, damit wir das dann auf dem Spielplatz schön nachmachen können.<br /> <br /> Und weil ein tolles großes Fest nichts ist ohne das passende Food Lineup, gibt es dieses Jahr ein Wiedersehen mit den unvergleichlich schmackhaften <b>Holy Dogs</b>, den besten Falafeln der Festivalszene von <b>Fritusalim</b> und den Sushi Burritos von <b>SuBu - Sushi Burrito</b>, deren SuBu Bowl es im vergangenen Jahr auf Platz 1 unserer Festivalfood-Rangliste schaffte. Neu dabei sind köstliche Dumplings von <b>Han West</b>, Schweizer Raclette von <b>Cheesus</b> und für die Burger sorgt in diesem Jahr erstmalig die <b>Burger Biene</b>. Da werden wir uns schön durchprobieren.<br /> <br /> Ihr seht: Alles ist bereitet für ein abermals unvergessliches Festivalwochenende. Die Vorfreude ist groß - gehen wir es an! Natürlich ist das Appletree Garden schon ausverkauft, aber ihr kennt das Spiel, des einen Leid ist des anderen Freud‘ - haltet die Augen nach fairen Angeboten offen und gebt den Verhinderten das Gefühl, euch glücklich gemacht zu haben. Wir sehen uns in Diepholz!<br /> <br /> Hier kommt der Timetable für euch:<br /> <br /> <b>Donnerstag, 1.8.2019</b><br /> <br /> Hauptbühne:<br /> <br /> 17:00 - 17:40 <b>Alli Neumann</b><br /> 18:15 - 18:55 <b>Neufundland</b><br /> 19:35 - 20:20 <b>Joan As Police Woman</b><br /> 21:00 - 21:50 <b>Fil Bo Riva</b><br /> 22:30 - 23:30 <b>Franc Moody</b><br /> <br /> Spiegelzelt:<br /> <br /> 16:15 - 16:50 <b>CHILDREN</b><br /> 17:15 - 18:15 <b>Ronja von Rönne</b> (Lesung)<br /> 18:55 - 19:35 <b>Klaus Johann Grobe</b><br /> 20:20 - 21:05 <b>YIN YIN</b><br /> 21:50 - 23:20 <b>Kerala Dust</b><br /> <br /> Spielplatz:<br /> <br /> 20:20 - 21:00 <b>The Zap Show</b><br /> 23:30 - 01:30 <b>Jan Oberländer</b> (DJ)<br /> <br /> Freitag, 2.8.2019<br /> <br /> Hauptbühne:<br /> <br /> 15:40 - 16:20 <b>Faces On TV</b><br /> 17:30 - 18:15 <b>International Music</b><br /> 19:20 - 20:10 <b>Whitney</b><br /> 21:20 - 22:20 <b>Bonaparte</b><br /> 23:40 - 00:50 <b>Käptn Peng &amp; Die Tentakel von Delphi</b><br /> <br /> Waldbühne:<br /> <br /> 15:00 - 15:30 <b>Lisa Morgenstern</b><br /> 16:30 - 17:20 <b>Surprise Act</b><br /> 18:25 - 19:10 <b>Golden Dawn Arkestra</b><br /> 20:20 - 21:10 <b>Tamino</b><br /> 22:30 - 23:30 <b>Hundreds</b><br /> 01:00 - 02:00 <b>Kid Simius</b><br /> <br /> Spiegelzelt:<br /> <br /> 12:40 - 13:40 <b>Dirk Gieselmann</b> (Lesung)<br /> 14:20 - 15:20 <b>Paul Bokowski</b> (Lesung)<br /> 16:20 - 17:00 <b>Pip Blom</b><br /> 18:15 - 19:00 <b>Jungstötter</b><br /> 20:10 - 21:00 <b>Tempesst</b><br /> 22:20 - 23:20 <b>Shkoon</b><br /> 00:30 - 01:30 <b>Mambo Schinki</b><br /> <br /> Marktplatz:<br /> <br /> 13:45 - 14:15 <b>The Great Granny Show</b><br /> 20:20 - 20:50 <b>Ernesto Lucas</b><br /> <br /> Spielplatz:<br /> <br /> 02:00 - 03:40 <b>Ameli Paul </b>(DJ)<br /> <br /> Samstag, 3.8.2019<br /> <br /> Hauptbühne:<br /> <br /> 15:50 - 16:30 <b>Blond</b><br /> 17:30 - 18:15 <b>Say Yes Dog</b><br /> 19:20 - 20:10 <b>Giant Rooks</b><br /> 21:20 - 22:20 <b>Kate Tempest</b><br /> 23:40 - 00:50 <b>MEUTE</b><br /> <br /> Waldbühne:<br /> <br /> 15:00 - 15:40 <b>The Screenshots</b><br /> 16:40 - 17:20 <b>Roberto Bianco &amp; Die Abbrunzati Boys</b><br /> 18:25 - 19:10 <b>Tshegue</b><br /> 20:20 - 21:10 <b>Ibeyi</b><br /> 22:30 - 23:30 <b>Balthazar</b><br /> 01:00 - 02:00 <b>Cari Cari</b><br /> <br /> Spiegelzelt:<br /> <br /> 12:50 - 13:50 <b>Maxi Gstettenbauer</b> (Stand Up)<br /> 16:30 - 17:30 <b>Stefanie Sargnagel</b> (Lesung)<br /> 18:15 - 19:00 <b>ÄTNA</b><br /> 20:10 - 21:00 <b>Barns Courtney</b><br /> 22:20 - 23:20 <b>My Baby</b><br /> 00:00 - 02:00 <b>O/Y</b> (DJ)<br /> <br /> Marktplatz:<br /> <br /> 18:20 - 18:50 <b>Ernesto Lucas</b><br /> <br /> Spielplatz:<br /> <br /> 02:00 - 04:00 <b>Iorie</b> (DJ)<br /> <br /> <br /> Text und Foto: Kristof Beuthner]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Thu, 25 Jul 2019 14:59:08 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Alle Jahre wieder und immer noch gerne: Nillson freut sich aufs Hurricane Festival 2019</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/alle-jahre-wieder-und-immer-noch-gerne-nillson-freut-sich-aufs-hurricane-festival-2019.html</link>
			<description>Das Hurricane/Southside-Doppel in Scheeßel bzw. Neuhausen ob Eck ist für uns immer noch der König unter den Majors in der hiesigen Festivalszene, und so recht mögen wir - trotz einer großen Liebe für das Kleine und Schöne - den großen Festivals nicht entwachsen. Darum ist auch in diesem Jahr die Vorfreude auf ein Musikwochenende mit den „Großen“ im Game wieder ungebrochen: Wir erzählen euch ein bißchen davon, was euch so erwartet und worauf wir uns am meisten freuen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[FKP Scorpio hat sich mit seinem Hurricane-Lineup dieses Jahr auch tatsächlich selbst übertroffen; der Booking-Machtkampf mit dem Giganten am Nürburgring und dessen vor einigen Jahren plötzlich aus dem Boden geschossenen Grüne Hölle-Konkurrenten scheint endgültig ad acta gelegt. Das Zwillingsfestival Hurricane/Southside hat namenstechnisch schon früh die Messlatte hochgelegt, beweist in diesem Jahr aber auch wieder norm viel gutes Gespür für die zweite und dritte Reihe im Lineup.<br /> <br /> Ob man sie nun mag oder nicht, mal gesehen haben muss oder gut darauf verzichten kann: Aber mit den <b>Toten Hosen</b> als großes Aushängeschild hatte wenigstens ich nun so gar nicht gerechnet. Da darf man allein aus Neugier schon mal einen Blick riskieren, immerhin sind Campino und eine Jungs fraglos eine Institution in der deutschen Musikszene, die einem, wenn man nicht gerade wirklich Fan ist, nicht so mir nichts, dir nichts in einem Festivalaufgebot begegnen. Der große Publikumsmagnet für den Freitagabend wird sicherlich für enormen Zulauf sorgen, und wem das zu Mainstream ist, der darf sich halt ein wenig ausgiebiger auf <b>Tame Impala</b> vorfreuen - das Psychedelic-Indiepop-Projekt überschneidet sich nur eine Viertelstunde mit den Düsseldorfern, da hat man also genügend Zeit, um sich einen guten Platz vor der Blue Stage, die inzwischen übrigens River Stage heißt, zu sichern.<br /> <br /> Für den Samstagabend besteht das Headliner-Double aus <b>Mumford &amp; Sons</b>, die schon vor drei Jahren ein äußerst schönes Konzert auf dem Scheeßeler Eichenring spielten, und dem Rapper <b>Macklemore</b>, der fraglos mit seinem unnachahmlich lässigen Flow für große Gesten sorgen wird. Vor Marcus Mumford und seinen Indie-Folk-Söhnen wird es ein Wiedersehen mit <b>AnnenMayKantereit</b> geben, bei denen ich eine längere Pause eingelegt habe und deren aktuelles Werk „Schlagschatten“ mich nicht bis ins Letzte überzeugt hat, denen ich aber nach all den guten gemeinsamen Jahren immer noch sehr wohlgesonnen bin. Ich freue mich auf ein Wiedersehen. Und wer nach Indie-Folk und New Generation Rap noch Lust auf einen amtlichen Abriss hat, bekommt von <b>Steve Aoki</b> die Techno-Torte ins Gesicht geschmissen.<br /> <br /> Das Festival beschließen werden am Sonntag die <b>Foo Fighters</b> - das verspricht riesige Energie, unvergessene Songs und mit Dave Grohl einen der letzten echten Rockstars; das sollte man sich schon zu Gemüte führen, zumal wir mit der Band noch eine „offene Rechnung“ haben. Als sie 2008 zum vorerst letzten Mal am Eichenring spielten, war der Sound so unbeschreiblich mies, dass das Konzert zu einer großen Enttäuschung wurde, obwohl wir so heiß darauf waren, Mr. Grohl endlich einmal live zu erleben - ein Umstand, den wir leider in den vergangenen Jahren auf der Green Stage (bzw. jetzt: Forest Stage) beobachten mussten, aber die Hoffnung, dass alles gut wird, stirbt zuletzt. Davor spielen übrigens die mächtigen <b>The Cure</b> auf der River Stage - wie Robert Smith und seine Band, immerhin schwere Ikonen des Düsterpop, auf das junge, in sehr weiten Strecken vor allem partyaffine Publikum in Scheeßel und Neuhausen wirken werden, darf mit Spannung erwartet werden.<br /> <br /> Mein persönlicher Headliner heißt in diesem Jahr aber ohne Frage Mike Skinner. Dass es <b>The Streets</b> mit ihrem Mix aus Grime, Hiphop und Soul wieder auf Bühnen zu sehen gibt, ist ein absolutes Geschenk; in der Großen Freiheit 36 in Hamburg sahen wir Anfang des Jahres eines der Top 5-Konzerte der letzten, sagen wir mal, fünf Jahre; allein schon für „Fit But You Know It“, das man immer noch Wort für Wort mitsprechen kann, lohnt es sich, am Sonntagnachmittag noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Und wenn man schon einmal da ist, lohnt es sich absolut, die grandiosen <b>Interpol</b> als quasi Support für The Cure einmal wiederzusehen.<br /> <br /> In der zweiten Reihe gibt es dann gleich einen ganzen Haufen vielversprechender Dates mit alten Weggefährten zu entdecken, allen voran natürlich <b>Frank Turner &amp; The Sleeping Souls</b>, Hurricane-Wiedergänger und Anführer der Reiseplaylists dieser Welt, herzerwärmend, hemdsärmelig und gesegnet mit einer unerschöpflichen Menge an großartigen Songs zwischen Indierock, Punk, Americana und Folk. Sehr schön dürfte auch das Wiedersehen mit <b>Muff Potter</b> geraten, Heroen unserer Trainingsjackenzeit von Anfang bis Mitte der 00er, bevor sich Sänger Nagel der schriftstellerischen Zunft anschloss. Zur gleichen Zeit haben wir uns mit <b>Bloc Party</b> very british gefühlt und zu Songs wie „Helicopter“, „Two More Years“ oder „Banquet“ durch die Clubs getanzt, <b>Papa Roach</b> lohnen sich allein für „Last Resort“ (über das man streiten darf, das aber definitiv frenetisch gefeiert werden wird) und <b>Bear’s Den</b> werden uns mit ihrem ohrenschmeichelnden Folkpop in eine warme Decke einwickeln.<br /> <br /> Dahinter erwartet uns ein tolles Nachmittagskonzert nach dem anderen. Wir wünschen Sam Fender, dass er ganz bald wieder gesund wird, aber dass man ausgerechnet die britischen Postpunk-Indierock-Newcomer (wobei: sooo neu sind sie ja nun auch nicht mehr, aber es wird Zeit, sich zu ihnen vor der Bühne zu begegnen) <b>Shame</b> als Ersatz verpflichtet hat, ist ein Glücksfall und ein wahnsinnig starker Eröffnungsact. Am Freitag zwischen 18 und 21 Uhr hat man zwischen dem androgynen Nachtsamt-Pop von <b>Cigarettes After Sex</b> (hätte ich blind ins Zelt gewettet, spielen aber Open Air auf der zweitgrößten Bühne, ich bin SEHR gespannt, ob das funktionieren kann), der ungebremsten Energie der unkategorisierbaren wie derzeit unerreichten <b>Leoniden</b>, dem cool-sommerlichen Girl-Punk von <b>Gurr</b> und der weisen Größe von Francesco Wilking, Moritz Krämer und <b>Die höchste Eisenbahn</b> die Qual der Wahl. Am besten kundschaftet man schon einmal die schnellsten Wege aus, um im Schnitt so wenig wie möglich zu verpassen.<br /> <br /> Wunderbar lärmigen Grunge mit leichten Emo- und Weezer-Anleihen bringen <b>The Dirty Nil</b> mit, die wie vor zwei Jahren abermals nicht über einen Eröffnungs-Slot auf der Red Stage (jetzt: Mountain Stage) hinaus kommen; direkt gefolgt vom stinkwütenden Straßenpunk der <b>IDLES</b>, gleich nebenan auf der River Stage; dann gibt es schöne Hiphop-Nostalgie mit <b>Fünf Sterne Deluxe</b>, wieder eine Reise in die guten jungen Jahre. Für mich wenigstens: Die Kiddos, die sich zwei Stunden später über die 257ers freuen, werden Tobi und Bo allenfalls aus dem Plattenschrank ihrer Eltern kennen. Und am Sonntag gibt es nach einem gewiss sehr energetischen Gig der Punk-Popper <b>SWMRS</b> und einem erwartbar brillanten Folk-Pop-Fest mit <b>The Gardener &amp; The Tree</b> einen wunderbaren Irish- und American-Folkpunk-Abriss mit <b>Skinny Lister</b>. Ja: Die Zeit wird uns wie im Flug vergehen. Und wer den Scheeßeler Eichenring kennt, weiß, dass trotz der Größe die Wege in Wirklichkeit so kurz sind, dass alles schon irgendwie klappen wird, mal mit mehr, mal mit weniger Zeit.<br /> <br /> Und wer es nicht so eilig haben mag, verbringt eben mehr Zeit beim Food Lineup, das wieder förmlich danach schreit, die Pole Position in unserer Festivalfood-Top 10 Ende des Sommers zu erreichen. Ob georgische Spezialitäten bei „Kleiner Kaukasus“, mexikanisches Streetfood bei der „Berlin Burrito Company“ (sehr gut, haben wir schon getestet!), Grillkäse-Sandwiches bei „Frau Dr. Schneiders Grilled Cheese Wonderland“ oder Pulled Pork bei „Smoking Joe“: Die besten Food Trucks des Landes werden wieder alles geben, um nicht nur unsere hungrigen Mägen, sondern auch unsere Geschmacksnerven perfekt zufrieden zu stellen. Ich muss ganz dringend den Ramen Burger probieren, bei dem das Fleisch zwischen zwei Nudel-Patties eingebettet ist. Und die obligatorische Langos (dringend empfohlen bei zu viel Kaltgetränken am Vorabend) und Pommes Pervers, bei denen sich die Fries mit coolen Kumpels wie Pulled Pork und Cole Slaw, Bolognese-Sauce oder Käsesoße mit extra Jalapenos zusammentun, gehören für uns beim Hurricane schon lange zum guten Ton.<br /> <br /> Ansonsten ist bei einem Festival dieser Größenordnung natürlich wieder vor allem die Sicherheit besonders wichtig. Das Getränkemitbringverbot bleibt darum bestehen, faltbare Trinkflaschen und leere Tetra Paks sind aber erlaubt, und die Trinkwasserstellen sollen noch einmal aufgestockt werden und sogar im Pit vor der Bühne wird es erstmals welche geben (total großartige und eigentlich überfällige Idee), so dass niemand Sorge haben muss, zu wenig (Wasser!) zu sich nehmen zu können. Sehr toll finde ich auch nach wie vor das „Wo geht’s nach Panama?“-Konzept: Fühlt man sich plötzlich, egal aus welchem Grund, unwohl, belästigt oder man hat entsprechendes beobachtet, ist geschultes Personal vor Ort, das nach Äußern dieser Frage sofort die betroffenen Personen an einen sicheren Platz bringt. <br /> <br /> Ihr seht schon: Alles ist angerichtet, und damit ihr euch hinsichtlich all der vielen Bands, über die wir hier noch gar nicht gesprochen haben, nicht unnötig viele Gedanken machen müsst, haben wir zu guter Letzt unseren persönlichen obligatorischen Laufplan für euch, den wir nach Kräften einhalten werden, um euch im Anschluss von diesen Bands und Künstlern zu erzählen. Übrigens sind nach wie vor Kombi- und Tagestickets zu haben! Der Preis für ein Hurricane-Wochenende (ohne Resort-Schnickschnack) liegt derzeit bei stabilen 189,00 Euro; die Tageskarten für Freitag, Samstag und Sonntag kosten je 99,00 Euro. Alles ist über den Ticketshop auf hurricane.de zu bekommen.<br /> <br /> Wir sehen uns in Scheeßel!<br /> (das Southside beleuchten wir hier nicht näher, weil wir da nicht hinfahren!)<br /> <br /> Donnerstag, 20.6.:<br /> <br /> 19:00 - 20:30, Wild Live Stage (Campingplatz): <b>Beauty &amp; The Beats</b><br /> (es kann kein besseres Warmup geben als bei Jannek Schmitt, der in atemberaubendem Tempo alles partytauglich ineinander mixt, was in den letzten Jahren mal ein Hit war - auch, wenn das auf den ersten Blick nicht immer zusammen passt, macht das einfach ungeheuer Spaß)<br /> <br /> Freitag, 21.6.:<br /> <br /> 15:30 - 16:15, River Stage: <b>Shame</b> (Postpunk, Indierock)<br /> 18:15 - 19:15, River Stage: <b>Cigarettes After Sex</b> (mondän, samtschwarz, Indiepop)<br /> oder<br /> 18:15 - 19:15, Coast Stage: <b>Gurr </b>(Girl-Punk, sehr cool)<br /> 19:15 - 20:15, Mountain Stage: <b>Leoniden</b> (Abriss, unkategorisierbare Popmusik mit 1000 Einflüssen)<br /> 20:00 - 21:00, Coast Stage: <b>Die höchste Eisenbahn</b> (Pop, Soul, Funk, Riesentexte, Lieblinge!)<br /> 20:45 - 22:00, Forest Stage: <b>Parkway Drive</b> (Metalcore, Abriss)<br /> 00:30 - 02:00, River Stage: <b>Tame Impala</b> (Psychedelic Rock, Indiepop, Folk)<br /> <br /> Samstag, 22.6.:<br /> <br /> 13:00 - 13:45, Mountain Stage: <b>The Dirty Nil</b> (Grunge, Rock, Emo)<br /> 13:45 - 14:30, River Stage: <b>IDLES</b> (Britpunk, wütend, genial)<br /> 15:00 - 16:00, River Stage: <b>Fünf Sterne Deluxe</b> (Hiphop, Oldskool, guilty pleasure)<br /> 15:45 - 16:45, Forest Stage: <b>Frank Turner &amp; The Sleeping Souls</b> (Indierock, Heartland Rock, Punk, Folk)<br /> 17:30 - 18:30, Mountain Stage: <b>Muff Potter</b> (Indierock, Punk, deutschsprachig, Helden!)<br /> 18:30 - 19:30, Coast Stage: <b>Johnny Marr</b> (Ex-The Smiths, Britpop, Legende!)<br /> 19:30 - 20:30, Mountain Stage: <b>La Dispute</b> (Post-Hardcore, sehr stark)<br /> oder<br /> 19:15 - 20:30, Forest Stage: <b>Bloc Party</b> (Indiepop, New New Wave, Discopunk, Helden!)<br /> 21:15 - 22:30, Forest Stage: <b>AnnenMayKantereit</b> (Indie-Folk-Pop, Hits Hits Hits)<br /> 23:15 - 00:45, Forest Stage: <b>Mumford &amp; Sons</b> (Stadion-Folk, Little Lion Man, fantastisch)<br /> 00:45 - 02:00, Blue Stage: <b>Steve Aoki</b> (EDM-Abriss für den der’s mag)<br /> <br /> Sonntag, 23.6.:<br /> <br /> 12:00 - 12:30, Forest Stage: <b>SWMRS</b> (Pop-Punk, Emo, macht Spaß)<br /> 12:30 - 13:00, Coast Stage: <b>The Gardener &amp; The Tree</b> (Folkpop, Tipp, wird schön!)<br /> 13:00 - 13:45, Forest Stage: <b>Skinny Lister</b> (Irish Folk- und Americana-Punk mit viel Herz)<br /> 14:45 - 15:45, River Stage: <b>Bear’s Den</b> (Folkpop, lange Bärte)<br /> 16:15 - 17:15, River Stage: <b>The Streets</b> (Indie, Grime, Hiphop, Legende!)<br /> 17:45 - 19:00, River Stage: <b>Interpol</b> (Indierock, Postpunk)<br /> 19:45 - 22:00, River Stage: <b>The Cure</b> (Ikonen, Düsterpop, New Wave)<br /> 22:00 - 00:00, Forest Stage: <b>Foo Fighters</b> (Rockmaschine)<br /> <br /> <br /> <b>Hier noch einmal die harten Fakten:</b><br /> <br /> <b>Was?</b> Hurricane Festival 2019<br /> <b>Wann?</b> Donnerstag, 20.6., bis Sonntag, 23.6.2019<br /> <b>Wo?</b> Scheeßel, Eichenring<br /> <b>Wieviel?</b> Kombitickets 189,00 Euro, Tagestickets Fr/Sa/So je 99,00 Euro<br /> <b>Mit wem?</b> Foo Fighters / Mumford &amp; Sons / Die Toten Hosen / The Cure / Macklemore / Tame Impala / Steve Aoki / AnnenMayKantereit / Parkway Drive / Interpol / Bilderbuch / Bloc Party / Papa Roach / Wolfmother / Bosse / Flogging Molly / Frank Turner &amp; The Sleeping Souls / Enter Shikari / The Wombats / 257ers / Trettmann / The Streets / Christine &amp; The Queens / Cigarettes After Sex / Royal Republic / Descendents / Faber / Bausa / Ufo361 / Die Orsons / Alice Merton / Muff Potter / OK Kid / Elderbrook / Fünf Sterne Deluxe / Yung Hurn / La Dispute / Me First &amp; The Gimme Gimmes / You Me At Six / Bear’s Den / Großstadtgeflüster / Teesy / Johnny Marr / Betontod / Zebrahead / Lauv / Die höchste Eisenbahn / Leoniden / Pond / Alma / Flux Pavilion / Schmutzki / Montreal / Pascow / Neonschwarz / Shame / IDLES / Mavi Phoenix / The Gardener &amp; The Tree / Enno Bunger / Skinny Lister / SYML / Moguai / SWMRS / Gurr / Danger Dan / Razz / Sookee / Ten Tonnes / Alex Mofa Gang / The toten Crackhuren im Kofferraum / Black Honey / Rosborough / Steiner &amp; Madlaina / The Dirty Nil / The Sherlocks / Lion / Sea Girls / Abramowicz / ULF / Hurricane Swim Team / Highheelsneakers / Querbeat / Radio Havanna / Beauty &amp; The Beats / D.Klang<br /> <br /> <br /> <br /> <i>Text: Kristof Beuthner</i>]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Tue, 18 Jun 2019 19:47:50 +0200</pubDate>
			
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			<title>Was anderes vor? Deinesorgen, jr.! - Nillson präsentiert das Orange Blossom Special 2019</title>
			<link>https://www.nillson.de/artikel/lesen/was-anderes-vor-deinesorgen-jr-nillson-praesentiert-das-orange-blossom-special-2019.html</link>
			<description>Orange Blossom Special, das heißt: Nach Hause kommen. Wenn Pfingsten vorbei ist, tickt der Countdown schon wieder herunter; was bitte ist ein Jahr? 2019 erwartet uns alle in Beverungen ein größeres Gelände und somit mehr Festivalfamilie - und mich persönlich in Begleitung von 50 wunderbaren kleinen Menschen ein großes Abenteuer.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Als ich vor einem Jahr meinen letzten Artikel zum da gerade nicht einmal eine Woche vergangenen Orange Blossom Special schrieb, las ich eine interessante Reaktion in der ewigen Social Media: „Das ist schon ganz schön kitschig“, schrieb einer über meine Worte. „Ja, aber genau so ist es halt“, konterte ein anderer. True story: Ohne Romantik und einer Prise verschmerzbarem Kitsch lässt sich halt kaum von unserem Lieblingswochenende des Jahres erzählen; von Fahrten durch die Berge und dem Einbiegen in den Grünen Weg, vorbei an Pilgern des guten Musikgeschmacks, mit Blick auf die Zelte da unten an der Weser. Von den bestrickten Bäumen im Glitterhouse-Garten, vom Wiedersehen mit inzwischen liebgewonnenen Gesichtern, von der Sonne, die den gefühlt einzigen grünen Fleck im Beverunger Industriegebiet noch ein bißchen grüner wirken lässt. Unzählige herzliche Umarmungen, spontane Plattenkäufe im Stundentakt, das gute Gefühl, zwischen 2.500 anderen mit Haltung und Liebe zur Musik willkommen zu sein - das funktioniert nur an wenigen Orten in Festivaldeutschland genauso gut wie hier und das macht es ganz schwer, Romantik und Kitsch keine Bühne zu bieten. Der Kronleuchter strahlt ja eh in uns, das ganze Jahr über zwischen zwei Orange Blossom Specials, und er macht sich nun mehr und mehr bereit, wieder über der kleinen Bühne zu leuchten. Kitschig? Na klar! Aber schön.<br /> <br /> Das Wetter wird gut und wenn nicht, ist es auch okay. Schließlich ist das Orange Blossom Special immer noch ein Festival, und aus schwierigen Bedingungen erwachsen im besten Fall besondere Stimmungen. Also wozu sich Sorgen machen? Ach, a propos Sorgen: Deinesorgen jr. heißt das Motto in diesem Jahr, und wo das zum einen eine schöne Anspielung auf eine gewisse Lieblingsband eines sicherlich nicht unbeträchtlichen Prozentsatzes an OBS-Besuchern ist, stellt es eben auch zum anderen eine schöne Haltung dar, die der Sorglosigkeit unserer geliebten Gartenparty Tribut zollt. Du hast was anderes vor? Ey, Deinesorgen, jr.! Dir gefällt die Musik hier nicht? Ey, Deinesorgen, jr.! Wir finden das nämlich stark. Leider aber auch: Du hast keine Karten mehr gekriegt? Ey, auch Deinesorgen, jr.! Denn das Orange Blossom Special war zum Vorverkauf im vergangenen Spätherbst sogar schon nach nur 15 Minuten ausverkauft. Deinerekorde, jr.!<br /> <br /> Das Lineup ist gewohnt gut aufgestellt, und vorweg: Auf die große Sensation, die Casper durch seine scheinbare Inkompatibilität mit dem Orange Blossom Special (ey, Deinesorgen, Jr.!) evoziert hat, haben Rembert Stiewe und sein Team dieses Jahr verzichtet. Statt dessen trifft man mit <b>Steiner &amp; Madlaina</b>, <b>Christian Kjellvander</b>, dem ewigen Jörkk Mechenbier (mal wieder mit einem neuen Projekt, diesmal namens <b>Trixsi</b>), <b>Money For Rope</b>, <b>Blind Butcher</b> und <b>Die Nerven</b> gleich auf sechs OBS-Wiederholungstäter, die für ein freudiges Wiedersehen sorgen - oh, und dann wären da natürlich noch die mächtigen <b>Garda</b>, die mit Grandezza zwischen Bright Eyes und Get Well Soon das 23. Orange Blossom Special am Sonntag würdig beerdigen dürfen.<br /> <br /> Zu den ganz großen Highlights dieses Jahres zählen neben der australischen Folk-Sängerin <b>Angie McMahon</b>, die mit einem Traum von einer Stimme und wunderschönen Songs, im Timetable übrigens direkt gefolgt von der nicht minder famosen <b>Linn Koch-Emmery</b>, den Festival-Freitag erleuchten wird, auch die Gigs von <b>The Holy</b> (episch und treibend, stand ganz oben auf der Liste beim letzten Reeperbahn Festival und konnte aus Überforderungsgründen nicht angeschaut werden) oder den französischen Math-Rock-Newcomern <b>Lysistrata</b>, die einen anständigen Abriss versprechen. <br /> <br /> Dazwischen: Bekannte Namen wie <b>Adam Angst</b> und <b>Sinkane</b>, auf den man sehr gespannt sein darf, weil er zwischen Krautrock, Afrobeat, Funk, Free Jazz, Soul und Indierock die Grenzen als fließend betrachtet und mit Sicherheit ein faszinierendes Konzert spielen wird. In der klanglichen OBS-Tradition zwischen Folk, Blues, Americana und Rock positionieren sich Bands wie <b>The Yawpers</b>, die das Festival am Freitag eröffnen, <b>The Sheepdogs</b>, Cash<b> Savage &amp; The Last Drinks</b> oder <b>Gunner &amp; Smith</b>, die guten Spirit versprechen und mit Sicherheit Spaß machen werden. Außerdem ist es immer ungeheuer erhebend, einer Combo wie <b>Coogan’s Bluff</b> beim Spielen zuzuschauen; <b>Black Sea Dahu</b> werden uns in elegischer Folk-Lesart hinwegträumen lassen, oh, und <b>Suzan Köchers Suprafon</b> ersetzt ganz kurzfristig noch die spontan ausfallende <b>Laurel</b> als samstäglicher Eröffnungsact. Die Band, die den Sonntag einläutet, wird übrigens bis zuletzt das bestgehütete Geheimnis des Festivals bleiben, und wenn man sich noch einmal vor Augen führt, wie gut Rembert 2018 Kettcar verheimlicht hat, kann man sicher sein: Da dringt nichts durch. Um 11:30 im Garten stehen ist Pflicht!<br /> <br /> Für mich persönlich hat das Orange Blossom Special 2019 übrigens schon im vergangenen Herbst begonnen, denn ich darf in diesem Jahr ein Highlight der ganz besonderen Art ankündigen. Jawohl: Meine <b>Tiny Wolves</b> sind Walking Act. Mein Kinderchor, meine 50 Lieblingsmenschen, dürfen einen Tag Festivalluft schnuppern und die Idee, unvergessene Songs fernab eines gewöhnlichen Kinderchor-Repertoires in der Dynamik guter Freunde, die zum passenden Zeitpunkt am passenden Ort sind, zu spielen, wird einen Höhepunkt der ganz besonderen Art finden. Zwischen Suzan Köcher und <b>Lewsberg</b> ist sogar ein Song auf der Hauptbühne drin - ich freue mich und lade euch sehr herzlich ein, euch das anzuschauen!<br /> <br /> Toll wird übrigens auch das Programm auf der Minibühne: <b>Kent Coda</b> spielen türkischsprachigen Folk, der viel Spaß macht und Haltung beweist; <b>Tom Allan &amp; The Strangest</b> geben die Indierock-Lieblinge des Jahres her und der Kabarettist <b>Moritz Neumeier </b>wird in Begleitung von <b>Till Reiners </b>nicht nur für Lachtränen, sondern durch ein grades Rückgrat gegenüber den Fehlerhaftigkeiten der Menschen um uns herum auch für ein Kratzen im Hals sorgen. Als weitere Walking Acts übrigens sind <b>Jan Röttger </b>und der famose <b>Grillmaster Flash</b> dabei. <br /> <br /> Sollte es einem angesichts des musikalischen Angebots in irgendeiner Form langweilig werden, ist die Liste der Zerstreuungsmöglichkeiten übrigens mal wieder herrlich lang, vor allem, wenn man als Kind mitgenommen wurde: Reit-Schnupperkurse, Upcycling-Basteln und der Mitmach-Zirkus CuCiCo sorgen dafür, dass man mal kurz rauskommt aus dem Festival-Trubel und sich trotzdem cool beschäftigen kann. Und wenn man als Erwachsener den kurzzeitigen Eskapismus sucht, spielt man entweder Boule, geht zum Lauftreff, startet den Tag mit Yoga, nimmt am Totenkopf-Schwimmen teil, bastelt an der großen Laduka-Holzskulptur mit oder lässt sich ein Henna-Tattoo malen. Die Musik stimmt, das Drumherum stimmt: Das wird gut!<br /> <br /> Da das Gelände sich übrigens durch einen neuen Pachtvertrag in diesem Jahr vergrößert, dürfen rund 1.000 Menschen mehr das Orange Blossom Special besuchen. Das ist ein nicht unwesentlicher Menschenzuwachs, der allerdings dank mehr Platz die Gemütlichkeit auch nicht schmälern dürfte. Wir freuen uns auf Zuhausigkeit und ein abermals denkenswertes Festivalwochenende mit allem, was wir brauchen, um in die Saison zu starten; es wird schön, euch alle wieder zu sehen, zu schnacken und zuzuhören, und am Tag nach Pfingsten schon wieder den Countdown anzuwerfen. Dir geht das ganz anders? Ey, Deinesorgen, jr.!<br /> <br /> PS: Wer noch keine Karte hat, sollte dringend kurzfristig das Gästebuch auf orangeblossomspecial.de checken! Dort werden immer mal noch ganz spontan welche zum Originalpreis angeboten: Solltet ihr ausnutzen!<br /> <br /> Hier kommt der Timetable:<br /> <br /> Freitag, 7.6.:<br /> <br /> 16:30 - 17:30 <b>The Yawpers</b><br /> 17:55 - 18:55 <b>Angie McMahon</b><br /> 18:55 - 19:25 <b>Kent Coda</b> (Mini-Bühne)<br /> 19:25 - 20:20 <b>Linn Koch-Emmery</b><br /> 20:20 - 20:50 <b>Kent Coda</b> (Mini-Bühne)<br /> 20:50 - 21:55 <b>Sinkane</b><br /> 22:35 - 23:50 <b>Adam Angst</b><br /> <br /> Walking Act: <b>Jan Röttger</b><br /> <br /> Samstag, 8.6.:<br /> <br /> 11:30 - 12:30 <b>Suzan Köcher’s Suprafon</b><br /> 12:35 - 12:40 <b>Tiny Wolves</b><br /> 13:00 - 14:00 <b>Lewsberg<br /> </b>14:00 - 14:30 <b>Moritz Neumeier &amp; Till Reiners</b> (Minibühne)<br /> 14:30 - 15:30 <b>Blind Butcher</b><br /> 15:30 - 16:00 <b>Moritz Neumeier &amp; Till Reiners</b> (Minibühne)<br /> 16:00 - 17:00 <b>Lysistrata</b><br /> 17:30 - 18:40 <b>Black Sea Dahu</b><br /> 18:40 - 19:10 <b>Trixsi</b> (Minibühne)<br /> 19:10 - 20:20 <b>Money For Rope</b><br /> 20:20 - 20:50 <b>Trixsi</b> (Minibühne)<br /> 20:50 - 22:00 <b>Christian Kjellvander</b><br /> 22:40 - 23:50 <b>The Holy</b><br /> <br /> Walking Act: <b>Tiny Wolves</b><br /> <br /> Sonntag, 9.6.:<br /> <br /> 11:30 - 12:40 <b>Surprise Act</b><br /> 13:05 - 14:05 <b>Gunner &amp; Smith</b><br /> 14:30 - 15:30 <b>Coogans Bluff</b><br /> 16:00 - 17:00 <b>Steiner &amp; Madlaina</b><br /> 17:00 - 17:30 <b>Tom Allan &amp; The Strangest</b> (Minibühne)<br /> 17:30 - 18:40 <b>The Sheepdogs</b><br /> 18:40 - 19:10 <b>Tom Allan &amp; The Strangest</b> (Minibühne)<br /> 19:10 - 20:20 <b>Cash Savage &amp; The Last Drinks</b><br /> 20:20 - 20:50 <i>Versteigerung für Viva con Agua e.V.</i><br /> 20:50 - 22:00 <b>Die Nerven</b><br /> 22:40 - 23:50 <b>Garda with Ensemble Tanderas</b><br /> <br /> Walking Act: <b>Grillmaster Flash</b><br /> <br /> <br /> <i>Text: Kristof Beuthner<br /> <br /> Foto: Orange Blossom Special</i>]]></content:encoded>
			<category>Neuigkeiten</category>
			
			<pubDate>Tue, 04 Jun 2019 16:40:47 +0200</pubDate>
			
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